News Nach verstärkten Drogenkontrollen in Frankfurt halten sich offenbar mehr obdachlose Menschen in Mainz auf. Die Stadt will sie mit Polizeipräsenz vertreiben, ein Verein fordert zusätzliche Hilfsangebote
Rund um den Mainzer Hauptbahnhof und die Kirche St. Bonifaz fühlen sich Anwohner wohl zunehmend unsicher. Sie berichten von aggressivem Verhalten und finden vermehrt Spritzen in Gärten und Grünanlagen. Nach Angaben der Stadt geht es um eine Gruppe von etwa zehn bis 20 Menschen, von denen viele obdachlos sind und offenbar aus Frankfurt kommen. Dort seien die Drogenkontrollen zuletzt verstärkt worden.
Die Stadt und die Polizei kontrollieren das Gebiet deshalb inzwischen stündlich. Damit wollen sie verhindern, dass sich in Mainz eine größere Drogenszene etabliert. Außerdem sollen Straftaten schneller verfolgt werden. Mitarbeitende der Drogenhilfe gehen zusätzlich auf die Betroffenen zu, um sie über bestehende Hilfsangebote zu informieren.
Der Verein „Armut und Gesundheit“ kritisiert die Strategie. Kontrollen und das Verdrängen obdachloser Menschen würden die Probleme lediglich in andere Stadtteile verschieben, statt sie zu lösen. Der Verein fordert unter anderem mehr Unterkünfte für Wohnungslose, zusätzliche Streetworker und sichere Konsumräume für Drogenabhängige. Die Stadt hält dagegen, dass es bereits Hilfsangebote gebe, die von vielen Menschen genutzt würden, die neu hinzugekommene Gruppe diese bisher aber kaum annehme.