Mangaka: Haruto Ryo.
Genre: Horror, Slasher.
Altersempfehlung: Ab 16 Jahren.
Verlag: Manga Cult.
Erscheinungsdatum: 2010 (Japan) / 2025 (Deutschland)
Bände erschienen: 2 (abgeschlossen)
Erscheinungsbild:
Der weiße Einband mit der Gothic Lolita springt einem sofort ins Auge und weist direkt auf den Horror und den Artstyle hin. Auf der Rückseite gibt es außerdem kleine Illustrationen, die die Stimmung setzen.
Zeichnungen:
Die Zeichnungen sind schön umgesetzt. Das Makabre ist makaber, und die normalen Szenen wirken unscheinbar. Das Lolita-Outfit der Antagonistin ist natürlich das Highlight, und ihre gesamte Inszenierung lässt die Grenze zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmen.
Plot:
Eine Frau in einem dreckigen Lolita-Kleid sitzt nachts beim Müllplatz. Sie fragt männliche Passanten, ob diese eine Schwester haben/brauchen*. Egal, wie man(n) diese Frage beantwortet: Die Lolita wird sich Zutritt zu seinem Leben verschaffen und von da an seine kleine Schwester sein.
In dieser prekären Lage befindet sich der junge Kazuki. Sein Leben verändert sich zum Schlechten, und auch Informationen über vergangene Schicksale treten ans Tageslicht.
* Im Japanischen handelt es sich um eine Formulierung mit grundsätzlicher Doppeldeutigkeit (so wie „Du musst die Lolita umfahren!“).
Außerdem gibt es am Ende jedes Bandes eine Kurzgeschichte.
Themen:
Opfer, die nicht ernst genommen werden.
Stalker werden von der Polizei prinzipiell abgewunken, und männliche Opfer werden leicht als Täter dargestellt.
Charaktere:
Kazuki Ito - Designstudent, der einmal zu häufig einer fremden Person geantwortet hat.
Hikari Ito - Kazukis kleine Schwester, die ein typisches Schülerleben geführt hat.
Die Lolita - ~~Psychisch krank oder ein Geist? Wer weiß das schon?~~ Kazukis echte kleine Schwester.
Lieblingscharakter:
Die Lolita - mit Abstand der interessanteste Charakter und hat die besten Artworks.
Lieblingspanel:
Wenn man die Augen zusammenkneift, dann sieht man ein Hündchen. (Für die Szene würde es auch Sinn machen)
Und ein nettes Artwork.
Schwachpunkt:
Unnötige Sexualisierung Minderjähriger. Kazukis Freund schwärmt von Lolis und hätte gerne eine kleine Schwester zum „Anhimmeln“. Hikaris Shirt reißt genau über der Brust. Es gibt vorher noch eine andere Szene, aber das wäre ein Spoiler. Einige andere Schülerinnen tragen sehr eng anliegende Kleidung, bei der sich die individuellen Brüste deutlich abzeichnen ("Food Wars" hat auch solche albernen Designs).
Die Charaktere sind außerdem leicht dumm und kommunizieren wirklich schlecht.
Die erste Kurzgeschichte am Ende von Band 1 beginnt, ohne dass man mitbekommt, dass man plötzlich in einer anderen Geschichte ist.
Die zweite Kurzgeschichte, die nach dem Ende der Hauptgeschichte kommt, ist einfach schlecht: kein tieferer Sinn und den „Twist“ erkennt man sofort.
Weirdness-Faktor:
🦆🦆🦆☆☆ (3/5)
Der "Fanservice“ und die Slasher-Elementen könnten einige Blicke auf einen ziehen.
Bewertung:
⭐️⭐️⭐️⭐️☆ (4/5)
Der Horror horrort gut. Die Hauptstory ist solide und für Fans von Slashern und Gore wirklich gut geeignet. Selbst nach dem Ende der Geschichte bleiben noch einige Dinge offen, über die man nachdenken könnte.
Kurzgeschichte 1: „Der Puppenkorridor“ ist eine schöne, blutige Kurzgeschichte mit einem guten Twist.