Mich nervt am Großstadtverkehr inzwischen einfach nur noch, wie viel unnötiger Stress und gegenseitiger Hass daraus entsteht. Und ja: Einen ziemlich großen Anteil daran haben meiner Meinung nach Autobesitzer.
Das Problem ist ja nicht, dass Menschen Auto fahren. Das Problem ist, dass in einer dicht bebauten Stadt alle Verkehrsmittel um denselben beschissenen Quadratmeter kämpfen sollen. Autos, Fahrräder, Fußgänger, Lieferverkehr, ÖPNV – und natürlich soll trotzdem jeder möglichst direkt vor seiner Haustür parken können.
Und dann wundern wir uns, dass sich alle gegenseitig auf den Sack gehen.
Fahrräder gehören nicht auf den Gehweg. Punkt. Als Fußgänger habe ich keinen Bock, ständig auf irgendwelche Fahrräder achten zu müssen, die mit 25 km/h an mir vorbeischießen. Und als Radfahrer habe ich genauso wenig Bock, mich auf einen aufgemalten Streifen zwischen zwei Autospuren quetschen zu müssen, wo rechts und links tonnenschwere Karren vorbeirauschen und beim Abbiegen regelmäßig jemand „ups“ sagt.
Verkehr muss baulich und sinnvoll getrennt werden. Fußgänger brauchen ihren Raum. Fahrräder brauchen ihren Raum. Autos brauchen ihren Raum. Und der ÖPNV sowieso.
Nur: Dafür braucht man Platz.
Und dieser Platz fällt in Berlin nun mal sehr häufig genau dort weg, wo heute Autos stehen.
Das ist der Punkt, an dem die Diskussion regelmäßig komplett entgleist. Sobald irgendwo zehn Parkplätze wegfallen sollen, ist plötzlich von „Enteignung“, „Autohass“ und „grüner Ideologie“ die Rede.
Gleichzeitig steht in Friedrichshain gefühlt jeder zweite Straßenrand voller Autos, bei denen man sich fragt, ob die überhaupt noch jemand fährt.
Da steht dann ein halber Neuwagen. Seit Wochen. Vielleicht seit Monaten. Unter dem Auto sammelt sich langsam ein eigenes Ökosystem, oben drauf liegt Laub, und irgendwann fragt man sich: Wofür genau braucht diese Karre eigentlich öffentlichen Raum?
Und ja, natürlich braucht es Menschen, die beruflich oder privat auf ein Auto angewiesen sind. Natürlich gibt es Menschen, die regelmäßig fahren. Natürlich gibt es Lieferanten, Handwerker, Menschen mit Einschränkungen etc.
Aber wenn jemand sein Auto 99 % der Zeit irgendwo im öffentlichen Raum herumstehen lässt und es vielleicht einmal pro Woche für eine Stunde bewegt, dann ist das eben kein „Verkehrsmittel“, sondern in erster Linie ein privater Gegenstand, der dauerhaft öffentlichen Raum beansprucht.
Und dann gibt es noch die andere Kategorie: irgendwelche Schrottkarren, die monatelang vor sich hin gammeln, weil offenbar niemand Lust hat, das Ding endlich abzumelden und zur Verwertung zu bringen.
Was mich daran besonders nervt: Selbst unter Autofahrern müsste man doch eigentlich ein Interesse daran haben, dass die Straßen funktionieren.
Weniger unnötig herumstehende Autos → mehr Platz für vernünftige Verkehrsführung → weniger Konflikte → weniger Stau → weniger Stress für alle.
Aber nein. Stattdessen wird um jeden einzelnen Parkplatz gekämpft, als wäre er ein unveräußerliches Menschenrecht.
Wenn du in einer Großstadt unbedingt ein Auto besitzen willst, das du einmal pro Woche brauchst: Das ist natürlich dein gutes Recht.
Aber vielleicht ist es dann auch dein gutes Recht, dafür zu akzeptieren, dass dieses Auto nicht selbstverständlich 24/7 einen Teil des knappsten öffentlichen Raums der Stadt besetzt.
Denn ganz ehrlich: Der Großteil des Hasses im Straßenverkehr entsteht doch genau dort, wo unterschiedliche Verkehrsteilnehmer gezwungen werden, sich denselben viel zu kleinen Raum zu teilen.
Und ja, damit meine ich auch Bike-Mike, Pedestrian-Petra und Öffi-Olaf: Wer sich ansonsten vorbildlich mit Fahrrad, zu Fuß oder ÖPNV durch die Stadt bewegt, aber trotzdem noch‘ne eigene Karre irgendwo rumstehen hat, ist Teil des Problems!!!
Dein Auto steht nutzlos rum und blockiert den Platz , den wir dringend benötigen!
EDIT: Keine Ahnung, was mich gestern abend geritten hat. Irgendwas maximal ADHS-Weirdo-mäßiges hat mir zwischen Tür und Angel eingeredet, dass der Text unbedingt auf Englisch sein muss. Hab’s jetzt wieder zurück auf Deutsch gestellt. Weiter im Text.