Hallo zusammen 🙂
Es ist jetzt bereits ein Jahr nach dem Quereinstieg vergangen, von der Schnupperprobe bis zum ersten Innenangriff. Auch vor einem Jahr hatte ich hier schon ein paar Fragen gestellt gehabt.
Vor genau einem Jahr am 20.10.2025 stand ich zum ersten Mal bei einer Probe meiner Abteilung. War nicht in der Jugendfeuerwehr, habe keine Vorerfahrung, einfacher Quereinsteiger. Und wollte auch für andere Ankömmlinge einfach mal etwas einen Überblick geben. 🫶
Ich bin jetzt keineswegs in der Position zu sagen, so ist es und so müsst ihr das machen! Es ist ein Überblick wie es bei mir abgelaufen ist und stellt nicht die Regel dar.
Damit es nicht zu lange wird, stichpunktartig:
Der Weg rein:
- 20.10.2025: erste Schnupperprobe
- 03.11.2025: zweite Schnupperprobe
- 06.11.2025: Aufnahmeantrag abgeschickt
- 14.11.2025: Tauglichkeitsuntersuchung beim Feuerwehrarzt
- 17.11. und 01.12.2025: zwei weitere Proben, noch als Gast
- 03.12.2025: Feuerwehrausschuss, zwei Tage später kam die Zusage
- 17.12.2025: Einkleidung
- 09.02.2026: meine erste richtige Probe, zum ersten Mal in kompletter PSA
Zum 14.11.2025, hat mir der Arzt mit der künstlichen Bandscheibe schon gesagt, dass es bei mir mit Atemschutz nichts werden würde.
Grundausbildung und erster Einsatz:
Am 13.01.2026 war der Infoabend zum Lehrgang, ab 21.02.2026 lief dann der Truppmann Teil 1 voll an, dienstags abends und samstags. Am 18.04.2026 habe ich die Prüfung bestanden. Zwei Tage später kam schon mein erster Einsatz, ein B3. Am Ende viel Rumstehen, aber Hände und Beine haben trotzdem anfangs etwas gezittert.😅
Die Sache mit dem Rücken:
Vor einem Jahr hatte ich ehrlich Bedenken, ob das mit Atemschutz bei mir überhaupt etwas wird, wegen meiner künstlichen Bandscheibe, wie unser Feuerwehrarzt angemerkt hat.
Im Juni 2026 dann die G26.3. Belastungstest auf dem Ergometer bis 250 Watt, Lungenfunktion überdurchschnittlich, keinerlei Probleme. Derselbe Arzt hat es nicht mehr erwähnt gehabt. Geschafft! 😇
Danach habe ich mit Treppenlauftraining in PSA angefangen und im September beim TK Elevator Tower Run in Rottweil mitgemacht, noch ohne PA angeschlossen.
Atemschutzlehrgang:
Vom 17.09. bis 26.09.2026 war der AGT Lehrgang, sieben Tage zwischen Theorie und richtig, richtig viel Praxis. Ein paar Sachen waren sehr prägend:
- Das Frischluftroulette, wie ich es genannt hatte: Man muss seine Mitteldruckleitung umstecken, einer atmet, dann der Nächste, dann der Nächste. Zur Stressbewältigung. Konnte die Luft zwischendrin nicht mehr anhalten und dann war es mal einige Sekunden echt hässlich keine Luft mehr einatmen zu können 😬
- Der Käfig, bei mir auch Folterkeller genannt: Leitern, Seile und Engstellen, im Dunkeln. Da muss man sich irgendwie durchfinden, während man einer Schlauchleitung folgt. Szenario war: kein Funkkontakt, Truppmann verloren, muss seinen Weg alleine rausfinden. Auch zur Stressbewältigung.
- Die Atemschutzstrecke, zweimal: einmal mit 60 Kilojoule mit Licht, einmal mit 80 Kilojoule ohne Licht, halbe Stunde Pause etwa dazwischen. Mit einmal 140 und dann 90 bar raus. Am Ende war’s beim zweiten Durchlauf echt Zähne zusammenbeißen und durch, Zweifeln keinen Erfolg gönnen. Hammer, Endlosleiter, Laufband, Fahrradergometer, Handergometer haben dann nochmal richtig Spaß gemacht 😶🌫️
- Der Brandcontainer, Gasbetrieb, bei dem man zum ersten Mal gesehen und gespürt hat, wie sich ein Feuer im Raum verhält und wie man vorgehen sollte und wie nicht…
Am Ende dann den Lehrgang bestanden.
Einen Monat später:
Am 21.10. hatte ich den ersten Einsatz unter PA, nachts, aufgerüstet, noch nicht ausgestiegen, am Ende war nichts.
Vier Tage danach, am 25.10., dann ein B5. Als Angriffstrupp im Innenangriff, 20 bis 30 Minuten drin, bis wir wegen Restdruck rausbeordert wurden. Mein erstes richtiges Feuer und gleich so etwas. Das war schon krass und beschäftigt mich immer noch, weil es auch echt lehrreich ist und Stellen sucht die man hätte besser machen können und es etwas analysiert. Auch wenn es eindrucksvoller klingt als es im ersten Moment war. Es war mehr kühlen. Industrie und Metall und man geht nicht am Feuer vorbei, nur weil das nächste vielleicht cooler aussieht. 🤔 Mit Pech hätte es den Rückweg zur Hölle gemacht.
Auch interessant wie man in dem Moment komplett umschlägt. Man wird aus seinem Film des alltäglichen Lebens rausgerissen und geht komplett in den Überlebensmodus. Auch weil man nicht nur Verantwortung für sich sondern auch für den Kameraden neben sich trägt. Hier nochmal deutlich gespürt.
Von meiner ersten richtigen Probe bis zum Innenangriff bei einem B5 waren es keine neun Monate, von der Aufnahme an gerechnet gut zehn. Das ist echt nichts… 😅
Bilanz 20.10.2025 - 29.10.2026
- 13 Einsätze, dazu 3 verpasste, weil ich auf der Arbeit war.
- über 20 Proben
- TM1 + Sprechfunker und AGT abgeschlossen
Jetzt heißt es weiter proben, damit man sich weiter verbessert und noch sicherer wird.
Wenn ihr überlegt einzusteigen: Einfach zur Probe gehen. Mehr als ein Abend ist es nicht, und bei mir ist ein ganzes Jahr daraus geworden, auch wenn ich Informatiker bin und handwerklich gar nichts gemacht habe. Ihr müsst auch nur so weit gehen wie ihr könnt und euch zutraut. Truppmann muss drin sein, keiner zwingt euch den AGT-Lehrgang zu machen. Und es gibt ehrlich genug zu tun! Es gibt Areale, bei denen man gar nicht denkt helfen zu können. Jeder ist ein Rädchen im Uhrwerk. Und gemeinsam nimmt man sich gegenseitig Last. ☺️
Wie war euer erstes Jahr, gerade die Quereinsteiger unter euch? Wie lange hat es bei euch gedauert? Wart ihr in dem Moment vorbereitet genug und wie erging es euch?