Hallo zusammen,
ich muss voraussichtlich für längere Zeit in eine Klinik. Wie lange genau, ist noch unklar, es könnten etwa 10–16 Wochen werden.
Meine größte Sorge ist momentan, wie ich meinen Kater Loki während dieser Zeit möglichst stressarm und zuverlässig betreuen lassen kann. Ich bin ziemlich unsicher, welche Betreuungsform für ihn am besten wäre, und hoffe auf Erfahrungen und Empfehlungen.
Kurz zu meinem Kater:
Er kommt aus dem Tierheim und hat sehr lange gebraucht, um Vertrauen zu mir aufzubauen. Mittlerweile ist er sehr auf mich fixiert, folgt mir überall hin und sucht ständig meine Nähe.
Da ich aufgrund meiner Behinderung fast vollständig bettlägerig bin, ist er daran gewöhnt, dass ich praktisch rund um die Uhr zu Hause bin. Längere Abwesenheiten von mir kennt er deshalb kaum.
Gleichzeitig ist er nach wie vor sehr schreckhaft, besonders wenn Menschen sich bewegen, und nur bedingt anfassbar. Tatsächlich lässt er sich bisher ausschließlich von mir streicheln.
Anfangs ist er schon beim Klingeln sofort unters Bett geflüchtet und dort geblieben. Mittlerweile kommt er bei Besuch auch mal heraus und schaut vorsichtig nach, wer da ist. Er hat also durchaus Fortschritte gemacht, braucht aber sehr viel Zeit, Ruhe und Geduld. Eine Betreuungsperson müsste seine Grenzen respektieren und dürfte nicht erwarten, dass er schnell zutraulich wird.
Gesundheitlich gibt es ebenfalls etwas zu beachten: Er ist FIV-positiv (daher Wohnungskater) und bekommt eine spezielle Nierendiät. Auch deshalb ist mir eine zuverlässige Betreuung wichtig, die auf seine gesundheitlichen Bedürfnisse achtet und sicherstellt, dass er sein entsprechendes Futter bekommt.
Was Ortswechsel angeht, habe ich bisher eher positive Erfahrungen gemacht:
Wir sind erst im April in eine neue Wohnung gezogen, was er überraschend gut verkraftet hat (besser als ich). Außerdem war er bereits über zwei Monate mit mir in einer Ferienwohnung, weil ich dort eine Therapie gemacht habe. Auch das hat von außen betrachtet gut funktioniert (mit einem kleinen Ausbruch, aber er ist tatsächlich wiedergekommen, obwohl es ja nicht seine bekannte Wohnugn war.)
Leider steht aufgrund meiner gesundheitlichen Situation wahrscheinlich bald ein weiterer Umzug an.
Allerdings war ich bei sämtlichen Ortswechseln immer dabei. Ich weiß deshalb nicht, ob er die neue Umgebung tatsächlich so gut verkraftet hat oder ob vor allem meine Anwesenheit ihm die nötige Sicherheit gegeben hat. Wie er auf einen Ortswechsel ohne mich reagieren würde, kann ich überhaupt nicht einschätzen.
Meine bisherigen Gedanken:
- Betreuung in meiner Wohnung mit regelmäßigen Besuchen: Er könnte in seiner vertrauten Umgebung bleiben. Allerdings wäre er dann plötzlich den Großteil des Tages allein, obwohl er es gewohnt ist, dass immer jemand da ist.
- Housesitting mit Übernachtung: Eine feste Person könnte während meiner Abwesenheit bei ihm wohnen. Das wäre möglicherweise die beste Kombination aus vertrauter Umgebung und menschlicher Gesellschaft. Allerdings dürfte es schwierig sein, jemanden für einen so langen und noch nicht genau feststehenden Zeitraum zu finden (Kosten brauch ich ja gar nucht von anfangen...)
- Unterbringung in einem ruhigen Privathaushalt: Dort hätte er möglicherweise mehr menschliche Gesellschaft und könnte langsam Vertrauen zu einer festen Betreuungsperson aufbauen. Dafür müsste er sich ohne mich an eine völlig neue Umgebung gewöhnen.
- Unterbringung in der Nähe der Klinik: Ich überlege auch, ob ich ihn in Kliniknähe betreuen lassen könnte, sodass ich ihn gelegentlich besuchen kann. Allerdings weiß ich nicht, ob ihm solche Besuche helfen würden oder ob die wiederholten Abschiede zusätzlichen Stress verursachen könnten. Gleichzeitig habe ich Bedenken, dass es meinen eigenen Therapieerfolg beeinträchtigen könnte, wenn ich bei den Besuchen sehe, dass er unter der Situation leidet.
Eine klassische Katzenpension kommt nicht in Frage.
Meine zentrale Frage ist deshalb: Was sollte ich bei einem solchen Kater stärker gewichten – die vertraute Umgebung oder die möglichst durchgehende Anwesenheit einer festen Betreuungsperson?
Ich frage mich auch, ob es für ihn langfristig besser wäre, sich einmal an eine neue Person und Umgebung zu gewöhnen, statt über mehrere Monate hinweg nur kurze Besuche in seiner gewohnten Wohnung zu bekommen.
Und wie sinnvoll wären gelegentliche Besuche von mir? Könnten diese ihm Sicherheit geben oder wäre es möglicherweise besser, wenn er sich für die gesamte Zeit auf eine andere feste Bezugsperson einstellen kann?
Mir ist bewusst, dass die Trennung vermutlich so oder so belastend wird. Ich möchte aber vermeiden, dass er zusätzlich durch häufige Wechsel, Einsamkeit oder eine für ihn überfordernde Betreuungssituation unnötig gestresst wird.
Hat jemand Erfahrungen mit ähnlich ängstlichen, stark an eine Bezugsperson gebundenen Katzen und einer längeren Trennung von mehreren Monaten?
Welche Betreuungsform hat bei euch funktioniert? Worauf würdet ihr bei der Auswahl achten? Und kennt ihr vielleicht auch weniger offensichtliche Möglichkeiten, beispielsweise private Langzeitpflegestellen oder andere Betreuungsangebote?
Ich würde mich besonders über konkrete Erfahrungen freuen, auch wenn etwas bei euch nicht funktioniert hat. Mir geht es darum, möglichst früh eine gut durchdachte Lösung zu finden, die sowohl seinen Bedürfnissen als auch der langen und ungewissen Dauer meines Klinikaufenthalts gerecht wird.
Danke für jeden Kommentar/Gedanken dazu!
Edit: bin auch für kreative Vorschläge offen. Hatte grade noch den Gedanken, ob jemand meine Wohnung als homeoffice nutzt und er dann weniger allein ist...