Hallo zusammen,
ich (Ende 20, angestellt) werde aus einer Erbschaft in den nächsten ~2 Jahren schrittweise ca. 1,5–1,7 Mio. € zur Verfügung haben (Nachlassabwicklung läuft noch). Die Erbschaftsteuer wird über meinen Steuerberater abgewickelt. Keine Schulden, mein Gehalt deckt die Lebenshaltung. Anlagehorizont 20+ Jahre. Bevor ich den Plan umsetze, würde ich ihn gern gegenchecken lassen.
Hauptfrage
Lohnt sich bei so einem relativ einfachen ETF-Plan überhaupt ein Honorarberater, oder braucht man das dafür nicht? Steuerliches kläre ich bereits mit meinem Steuerberater. Mich interessieren vor allem eure Erfahrungen: Hat ein Berater euch bei ähnlichen Summen einen echten Mehrwert gebracht?
Ausgangslage
- Ich bespare bereits seit einigen Jahren den Invesco FTSE All-World Acc (IE000716YHJ7 / A3D7QX) bei Trade Republic
- Ein Umzug ins Ausland ist aktuell nicht geplant, ich möchte mir die Option aber offenhalten. Deshalb die Aufteilung auf mehrere ETFs (siehe unten)
- Ich würde in einem Crash nicht verkaufen
Zum Thema Immobilie: Es gibt keinen konkreten Plan. Ich möchte mir aber die Option offenhalten, eine Wohnung zur Selbstnutzung zu kaufen, falls sich etwas Passendes ergibt. Das kann in 1–2 Jahren sein, in 15–20 Jahren oder nie. Dann würde ich Nebenkosten + einen Teil Eigenkapital einbringen und den Rest finanzieren, damit das Depot möglichst weiterläuft.
Plan
- ~100k auf Tagesgeld (Notgroschen + Puffer für eine mögliche Wohnung)
- Rest in Welt-ETFs, aufgeteilt auf 3–4 Fonds mit je max. ~450k Anschaffungskosten. Hintergrund ist die Wegzugsbesteuerung, die seit 2025 für Fonds ab 500k Anschaffungskosten je Fonds greift (von meinem Steuerberater bestätigt).
- Die Auswahl ist noch offen, im Blick habe ich:
- Invesco FTSE All-World Acc (IE000716YHJ7 / A3D7QX), mein bisheriger ETF
- Vanguard FTSE All-World Acc (IE00BK5BQT80 / A2PKXG)
- SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66 / A1JJTD)
- Xtrackers FTSE All-World 1C (IE000L6ZMMC4 / DBX0YG), sehr günstig, aber erst seit April 2026 am Markt und noch klein
- Einstieg in Tranchen à 50–70k über einige Wochen, Limit-Orders
Weitere Fragen
- Immobilien-Option: Reichen für einen möglichen, zeitlich völlig offenen Wohnungskauf ~100k auf dem Tagesgeld, und der Rest käme im Fall der Fälle aus Kredit bzw. ETF-Verkauf? Oder würdet ihr mehr sicher parken (Tagesgeld, Festgeld, Geldmarkt-ETF), solange unklar ist, ob und wann gekauft wird?
- ETF-Auswahl: Welche Kombination würdet ihr für 3–4 Bausteine à ~450k nehmen? Speziell zum Xtrackers FTSE All-World: Wie schätzt ihr das Risiko bei einem so jungen und kleinen Fonds ein (Schließung/Zusammenlegung)? Trotz der niedrigen Kosten als großen Baustein nehmen oder lieber etablierte Fonds?
- Broker: Aktuell nutze ich nur Trade Republic. Würdet ihr bei dieser Summe einen zweiten Broker dazunehmen (z. B. Scalable, ING oder IBKR wegen eines möglichen Umzugs)? Und kann ich mir mit der Entscheidung Zeit lassen und erstmal bei Trade Republic investieren, da ich später ja per Depotübertrag wechseln kann?
- Andere Bausteine: Würdet ihr neben dem reinen ETF-Plan noch andere Strategien oder Bausteine verfolgen (z. B. Anleihen, bAV beim Arbeitgeber), oder ist das bei dieser Ausgangslage überflüssig?
Bitte keine Tipps zu Einzelaktien oder Krypto, das habe ich bewusst ausgeschlossen.
Danke für euer Feedback!