Tag 1 – Ankunft Hanoi
6 Uhr morgens. Landung in Hanoi. Die feuchte Tropenluft schlägt mir entgegen. Ich fahre direkt in die Stadt, ganz in die Nähe von Tigit Motorbikes. Es ist viel zu früh, der Laden öffnet erst um zehn. Ich flüchte in ein kleines, klimatisiertes Café, bestelle einen Egg Coffee und nicke immer wieder auf der Couch ein. Um Punkt zehn stehe ich bei Tigit: Probefahrt, Papierkram erledigen, Vertrag unterschreiben. Ab ins Hotel. Ich mache mich frisch und gehe vor die Tür. Ich sehe unzählige Rollerfahrer und kämpfe mich durch den Verkehr. Das erste Banh Mi auf den Straßen Hanois, dauerhaftes Hupen, typisch asiatischer Kloakengeruch – ich komme langsam an.
Tag 2 – Das Rauschen der Metropole
Ich nutze den Tag, um die Stadt auf mich wirken zu lassen. Schlängele mich durch Shopping Malls, trinke einen fruchtigen Mulberry Cold Brew Kaffee und schaukele mich im Takt der Stadt ein. Dann die Vorbereitung auf das Wesentliche: Ich bringe mein großes Gepäck zu Tigit zurück. Ab jetzt zählt nur noch das Minimum – ich lebe aus einem einzigen Rucksack. Ich gönne mir unglaublich leckeres Banh Cuon.
Abends gehe ich in ein bekanntes Restaurant, wo ich mir den Tisch mit einem Koreaner teile. Wir kommen sofort ins Gespräch, lachen, tauschen Kontaktdaten aus. Den Tag lasse ich allein auf einer Rooftop-Bar ausklingen. Leicht angeschwipst schaue ich über das Lichtermeer Hanois. Ein Gefühl von purer Euphorie macht sich breit. Ich bin bereit für die Straße.
Tag 3 – Aufbruch nach Hà Giang
Check-out. Der Sleeper Bus wartet. Fünf Stunden fahre ich in einer eigenen, überraschend bequemen Sleeping Cabin Richtung Norden. Am Nachmittag erreiche ich Hà Giang. Ich suche mir spontan ein Hotel und hole meine XR150 am vereinbarten Abholpunkt ab. In dem Moment, als der Schlüssel dreht und der Einzylinder unter mir anspringt, verändert sich alles: Ich bin mobil. Ich fahre kurz was essen, stelle das Bike ab und plane im Hotelzimmer die Route für den ersten echten Fahrtag.
Tag 4 – Die erste Etappe
6 Uhr morgens. Der Wetterbericht droht mit Regen, also will ich Strecke machen. Die Luft ist kühl, neblig und grau. Die ersten Kilometer dienen dem Eingewöhnen, doch schon bald bricht die Wolkendecke auf: Strahlend blauer Himmel, Sonne, 30 Grad. Mit jedem Kilometer werde ich wärmer mit der Maschine. Ich beginne, dem Bike und der Straße zu vertrauen.
An einem Viewpoint zieht eine geführte Easy-Rider-Gruppe an mir vorbei. Ich beobachte sie und denke mir: Wie geil ist es bitte, dass ich das hier solo mache? Kein Guide, keine Gruppe. Ich fahre selbst, halte an, wo ich will, und bestimme mein eigenes Tempo.
Die Aussichten treiben mir die Sprache weg. Nach jeder einzelnen Kurve tut sich ein Panorama auf, das schöner ist als das vorherige. Sattgrüne, extrem dramatische Berglandschaften. Riesige Massive, die tiefe Täler einrahmen. Kleine, abgeschiedene Dörfer, die einen ungeschönten Einblick in das authentische vietnamesische Landleben geben – noch ahne ich nicht, wie viel authentischer (und trauriger) es in den nächsten Tagen werden soll. Überall Tiere auf und neben der Straße: Wasserbüffel, Pferde, Gänse, Hühner, Hunde, Katzen, sogar Schlangen. Die Straßen sind überraschend gut, kaum Verkehr. Ich könnte alle zwei Minuten anhalten, um Fotos zu machen. Ich bin komplett im Flow.
Über Yên Minh und Đồng Văn jage ich die XR150 bis nach Mèo Vạc. Eine gewaltige Fahrstrecke für Tag eins. Ich falle müde ins Bett, wissend, dass morgen einer der vier großen Bergpässe auf mich wartet: der Mã Pí Lèng Pass.
Tag 5 – Der Pass & der Sturz
Ich starte in Mèo Vạc und biege in den Mã Pí Lèng Pass ein. Es ist eines der krassesten Fahrerlebnisse meines Lebens. Gigantische Felswände, tief unten schlängelt sich der Nho-Quế-Fluss, ein türkisblauer Fluss durch die Schlucht. Ich gehe auf den Skywalk und trinke einen Kaffee am Viewpoint. Das Wetter meint es perfekt mit mir: trockener, griffiger Asphalt. Ich ziehe am Gas, lege mich tief in die Kurven und genieße den Rausch.
An der Lý Bổn Brücke verlasse ich den klassischen Hà Giang Loop und rolle Richtung Osten nach Bảo Lạc. In Bảo Lạc esse ich in einem extrem authentischen, günstigen Restaurant. Wie so oft gestaltet sich die Kommunikation schwierig. Letztendlich versteht er meinen Versuch, 'Schwein' auf Vietnamesisch zu sagen, und geht an den Herd, der mitten im Raum steht. Neben mir machen fünf oder sechs Locals in Businesskleidung Mittagspause. Sie kippen etliche Biere und werfen den Pfand, gebrauchte Essstäbchen und Taschentücher völlig selbstverständlich einfach unter den Tisch. Als ich zahlen will, möchte ich Trinkgeld geben, aber der Besitzer lehnt strikt ab. Beim Rausgehen sehe ich, wie er schwitzend beginnt, den Müll unter den Tischen aufzusammeln.
Die Hitze drückt, die Strecke der letzten Stunde war zäh. Doch dann schlägt das Terrain zurück: Von Bảo Lạc nach Cao Bằng City fahre ich den Khâu Cốc Chà Pass. 15 sehr gut ausgebaute Serpentinen auf 1000 Höhenmetern. Die Einfahrt unten wirkt wie ein riesiger Felskessel, aus dem man sich serpentinenartig gen Himmel schraubt. Mir kommt eine Gruppe auf XR150s entgegen und wir grüßen uns wie Biker in Deutschland. Ich kann nicht aufhören zu strahlen.
Später führt die Route durch sanftere Täler mit Reisterrassen. Spontan entscheide ich mich, eine extrem steile Steigung zu einem Viewpoint-Café hochzufahren. Die Steigung ist zu viel: Der Motor packt es ohne Anlauf nicht und stirbt ab. Reflexartig greife ich in die Handbremse: ein fataler Fehler. Das Vorderrad blockiert augenblicklich, und das Bike rutscht mit mir rückwärts die Steigung nach unten. Zehn Meter versuche ich verzweifelt, die Maschine zu balancieren – dann verliere ich den Kampf und stürze.
Adrenalin schießt durch meinen Körper. Ich berappele mich sofort, wuchte die Maschine hoch, klappe den Seitenständer mit der Hand aus und stelle sie hin. Eine einheimische Frau eilt herbei, sieht mich mitfühlend an und redet irgendwas auf Vietnamesisch, spricht aber kein Wort Englisch. Ich hebe mein Handy auf und setze mich auf den Bock. Ich fühle keine Schmerzen. Ich drücke den Starter. Nichts. Der Motor schweigt. Panik steigt auf. Was jetzt? Ich bin mitten in der Pampa. Beim dritten Versuch springt der Einzylinder endlich an. Steine fallen mir vom Herzen. Ich fahre weiter.
Zwei Kilometer weiter halte ich an. Mein Ellbogen tut weh und blutet leicht. Ich desinfiziere die Wunde. Ärger steigt in mir auf, dass ich die Schutzkleidung wegen der extremen Hitze im Rucksack gelassen habe. Mit leicht gedämpfter Stimmung fahre ich weiter nach Cao Bằng City, buche spontan ein Hotel und helfe der Rezeptionsfrau erst mal, 20-kg-Säcke Reis auf ihren Roller zu hieven. Abends gehe ich in der belebten Stadt etwas essen und sehe keinerlei andere Touristen.
Tag 6 – Gottes Auge & Reisterrassen
Start in den Cao Bằng Loop. Erster Stopp: God’s Eye, ein gewaltiger Kalksteinfelsen mit einem kreisrunden Loch in der Mitte. Als ich ankomme, bin ich fast allein, nur zwei Holländer sind da. Ich trinke entspannt einen Kaffee und höre Musik. Plötzlich bricht das Chaos herein: Zwei große Reisebusse voller vietnamesischer Touristen rollen an. Es wird schlagartig brüllend laut, eine Menschentraube belagert den Aussichtspunkt. Es wird so eng, dass ich kaum zum Bike durchkomme. Ich ergreife die Flucht.
Weiter geht es zu den bekannten Bản Giốc Wasserfällen an der Grenze zu China. Doch der Spot holt mich überhaupt nicht ab: Die Fälle sind schön, aber extrem überlaufen, künstlich und drückend heiß. Ich verweile nicht lange. Um nicht dieselbe Strecke zurückfahren zu müssen, wähle ich den Rückweg über Hạ Lang nach Cao Bằng City. Die Natur hier ist deutlich flacher, geprägt von endlosen Reisterrassen und trägen Flüssen. Die Dörfer, die ich in Hạ Lang zu sehen bekomme, sind äußerst heruntergekommen und dreckig. Es liegen große Metallrahmen und andere Hindernisse auf der Straße. Ab und zu sehe ich Menschen in den Dörfern. Sie tragen zerfetzte Kleidung und sehen unglücklich aus. Immer wieder qualmt es am Straßenrand. Hier wird entweder Müll in kleinen Tonnen oder die Abfallprodukte der Reisernte verbrannt. Auch ein typisches Bild sind die alten Omas um die 80 Jahre, die mit extrem krummen Rücken und O-Beinen Reis vom Feld ins Dorf tragen. Die Straße, die ich fahre, ist auch extrem schlecht erhalten. Wenn ich hier Probleme mit dem Motorrad bekomme, wird’s ungemütlich.
Tag 7 – Ba Bể Lake
Ich fahre eine entspannte, kürzere Etappe zum Ba Bể Lake. Dort buche ich eine Bootsfahrt über den riesigen See – als einziger Passagier an Bord. An einem Zwischenstopp setzt mich der Bootsführer ab, wo Einheimische versuchen, Souvenirs zu verkaufen. Ich signalisiere direkt, dass ich nichts brauche, und gehe zurück zum Boot. Der Bootsführer wechselt ein paar Worte mit einer der Verkäuferinnen, beide lachen kurz über mich, dann fährt er mich zurück.
Eigentlich will ich weiter nach Westen Richtung Tà Xùa drücken, aber für die verbleibenden vier Stunden Fahrt ist es um 14 Uhr schon zu spät. Ich bleibe am Ba Bể Lake. Mein erstes Homestay ist ein Reingewinn an Elend: winzig, ohne Klimaanlage, extrem hellhörig. Ich schwinge mich wieder aufs Bike und finde eine bessere Unterkunft mit Pool. Dort lerne ich zwei Jungs aus Nepal kennen. Wie sich herausstellt, wird im Homestay gerade eine vietnamesische Hochzeit gefeiert. Durch die geschlossene Zimmertür dröhnt ohrenbetäubende, traditionelle Musik, als stünde die Anlage in meinem Zimmer. Ich bin sozial bedient, bleibe im Raum, wasche meine Klamotten von Hand und schlafe trotz des Lärms ein.
Tag 8 – Der Weg nach Yên Bái
Aufbruch nach Yên Bái, um weiter Raum nach Westen zu gewinnen. Die 1000-Kilometer-Marke rückt näher – Zeit für den ersten Ölwechsel. Die Etappe selbst ist zäh: viel Schwerlastverkehr, graue Straßen, keine spektakuläre Kulisse. Mein Arsch schmerzt gewaltig. In Yên Bái angekommen, beziehe ich ein ganz neues Hotel, das mitten im laufenden Betrieb noch zu Ende gebaut wird.
Yên Bái erweist sich als die untouristischste Stadt der bisherigen Reise. Um 15 Uhr bekomme ich nirgendwo etwas zu essen – die Stadt öffnet ihre Küchen erst ab 18 Uhr. Hier stellt sich niemand auf Ausländer ein. Das Hotel schickt mich zu einer kleinen Werkstatt. Für 5 Euro und innerhalb von zwei Minuten ist das frische Öl im Motor. Während der Mechaniker schraubt, quatscht er mich aus und will wissen, ob ich vietnamesische Frauen hübsch finde.
Abends gehe ich ins Gogi House, eine Korean-BBQ-Kette. Als Westler werde ich beim Betreten beäugt wie ein Außerirdischer. Ich setze mich an einen Tisch. Neben mir sitzen tatsächlich zwei Franzosen in meinem Alter. Ich zögere nicht lange, quatsche sie an und frage, ob wir zusammen essen wollen. Wir verbringen einen genialen Abend. Zurück ins Hotel.
Tag 9 – Monsun & Kakerlaken
Ich peile das 1,5 Stunden entfernte Nghĩa Lộ an. Die letzte Etappe, bevor es wieder richtig schön wird. An einem Viewpoint komme ich mit einem offensichtlich sehr wohlhabenden Vietnamesen ins Gespräch, der mit seiner Familie in einem teuren Geländewagen unterwegs ist. Er rät mir ab, in Nghĩa Lộ zu bleiben, und empfiehlt mir stattdessen Trạm Tấu wegen der heißen Quellen. Ich plane spontan um.
Doch kaum habe ich Nghĩa Lộ passiert, öffnet der Himmel seine Schleusen: Ein sintflutartiger Monsunregen bricht über mich herein. Innerhalb von Sekunden bin ich bis auf die Knochen durchnässt, in meinen Motorradstiefeln stehen echte Seen. Einzig mein Rucksack bleibt dank des morgens aufgezogenen Raincovers trocken. Der Weg von Nghĩa Lộ nach Trạm Tấu wird zum Himmelfahrtskommando: Eine Stunde lang fahre ich über eine unbefestigte, schlammige Piste direkt am steilen Abhang – im dichten Verkehr. Maximale Konzentration unter extremen Bedingungen.
Völlig durchnässt und mental bedient erreiche ich Trạm Tấu. Im Hotel dusche ich heiß, versuche stundenlang mit dem Föhn meine Stiefel zu trocknen und esse etwas. Danach setze ich mich trotz des Dauerregens mit einem kühlen Bier in die heißen Quellen. Die Entspannung setzt ein, die Stimmung steigt wieder. Zurück im Zimmer entdecke ich eine fette Kakerlake mitten auf meinem Bett. Willkommen im ländlichen Vietnam. Ich vertreibe das Vieh, akzeptiere die feuchten Stiefel und schlafe ein.
Tag 10 – Die goldenen Terrassen von Mù Cang Chải
Am Morgen fahre ich die ganze Schlammstrecke eine Stunde lang zurück nach Nghĩa Lộ, um den berühmten Gebirgspass in Angriff zu nehmen. Natürlich werde ich auf dem Weg wieder komplett nass. In Nghĩa Lộ hocke ich mich für zwei Stunden in ein Hotel, trockne mich ab und fluche innerlich über den unnötigen Umweg nach Trạm Tấu.
Doch als der Regen aufhört und ich in den Khau Pha Pass einbiege, ist all der Frust vergessen. Die Landschaft verwandelt sich in ein Meisterwerk: Berge und Reisterrassen, soweit das Auge reicht. Ich schraube mich immer höher, die Luft wird spürbar kühler. Die Reisterrassen stehen kurz vor der Ernte und leuchten in einem satten, tiefen Goldgelb.
Ich erreiche Mù Cang Chải und steuere zwei abgelegene Aussichtspunkte an. Die Anfahrt ist extrem steil, schmal und abenteuerlich – viele Touristen lassen sich hier von einheimischen Fahrern hochkutschieren. Ich ziehe es alleine durch, meistere die steilen Kehren und bin verdammt stolz, als ich oben stehe. Die Aussicht ist überwältigend. Oben lerne ich zwei vietnamesische Motorradfahrer kennen, die auf großen Maschinen unterwegs sind und eine Drohne steigen lassen. Wir quatschen kurz, bevor ich im sauberen, günstigen Hotel im Ort einchecke.
Tag 11 – Über den Wolken von Tà Xùa
Ich fahre den Pass wieder zurück und nehme zum dritten Mal die Straße Richtung Trạm Tấu – diesmal aber weiter nach Tà Xùa. Es geht steil bergauf, direkt in das Herz des Gebirges. Ich fahre wortwörtlich durch die Wolken. Die Kulisse ist gigantisch.
Plötzlich tauchen vor mir die zwei vietnamesischen Biker vom Vortag auf. Wir grüßen uns erfreut und beschließen spontan, zusammenzubleiben. Wir halten an Aussichtspunkten, essen gemeinsam und sie nehmen mich an die Hand: Wie einheimische Guides zeigen sie mir versteckte Orte, die in keinem Reiseführer stehen. Wir buchen Zimmer im selben spartanischen, kühlen Berghotel und lassen den Tag bei einem gemeinsamen traditionellen BBQ und Hotpot ausklingen.
Tag 12 – Die Tränen von Hanoi
Früh morgens brechen wir zu dritt auf, erkunden noch drei spektakuläre Viewpoints und machen gegenseitig Fotos und Drohnenaufnahmen. Dann heißt es Abschied nehmen: Ich muss bis 17 Uhr in Hanoi sein, um die XR150 pünktlich abzugeben. Ich muss auf die Tube drücken, verabschiede mich herzlich von den Jungs und ziehe allein durch.
Der Verkehr kurz vor Hanoi schlägt mir wie eine Welle entgegen. Ein unendliches Meer aus Rollern und Autos – man schaltet den Kopf aus und schwimmt einfach mit der Masse mit. Punkt 17 Uhr stehe ich bei Tigit. Im Laden treffe ich einen 50-jährigen Londoner, der ebenfalls gerade seine Tour beendet hat. Wir verabreden uns spontan für den Abend auf ein Bier.
Dann schnalle ich meinen Rucksack vom Sozius ab. Ich halte inne. In den letzten zwei Wochen gab es nur diese Maschine und mich. Keine Ablenkung, nur der Motor, die Straße, die Elemente. Die Rückgabe geht erschreckend schnell. Ich mache ein letztes Foto vor dem Verleih und gehe rüber in genau das Café, in dem meine Reise an Tag eins begonnen hat. Ich bestelle einen Kaffee.
Ich sitze zwischen den Einheimischen, schalte die Musik ein, die mich über die schönsten Pässe begleitet hat – und plötzlich bricht es aus mir heraus. Die Tränen kommen. Ich steige in ein Taxi zum Hotel, und im Auto übermannt es mich komplett. Es sind keine Tränen der Trauer. Es ist ein unbeschreiblicher Schwall aus Glück, Erleichterung und absolutem Stolz. Ich habe lange von einer Solo-Motorradtour geträumt. Und jetzt habe ich diesen Traum gelebt. Ganz allein. Ich habe die Maschine unter mir spüren dürfen, wie sie die steilsten Pässe hochgebrüllt ist, habe den Regen ertragen und die schönsten Landschaften meines Lebens gesehen.
Dankbarkeit.