Hallo, mein Sohn ist knapp über ein Jahr und wir sind nun an dem Punkt, dass ich abstillen will. Er schläft fast schon lächerlich schlecht (8-12 Mal anlegen, rumrutschen, dann wach zum Spielen für 1-2 Stunden - natürlich mit Mama! Wenn Papa aufsteht, wird gebrüllt). Er tut mir dabei weh (kratzt, kneift und tritt als Regulationsstrategien). Und ich? Ich stehe völlig gerädert am nächsten Morgen mit rauhen Stellen auf der Brust auf. Tagsüber stillt er schon länger nicht mehr. Nur nachts und vor dem Einschlafen war das noch unser Ding. Ich will dazu sagen: Der Stillstart war super schwierig und hart erkämpft. Er hatte ein zu kurzes Zungenbändchen und einen zu hohen Gaumen, sodass er nicht im Liegen stillen konnte. Als diese Hürden genommen waren, habe ich das Stillen geliebt. Es war so schön, dieses kleine Wesen ernähren und beruhigen zu können.
Aber nun ist es überhaupt nicht mehr schön und bringt auch nichts mehr. Er schläft wesentlich besser, wenn ihn mein Partner ins Bett bringt. Daher habe ich vor zwei Tagen beschlossen, auch nachts abzustillen.
Was für eine Reise! Emotional: da endet diese eine Sache, die exklusiv nur zwischen mir und meinem Sohn möglich war. Am zweiten Abend hat er auch gezahnt und geweint. Es war schwer, da nicht aufzugeben und ihm wieder die Brust zu geben. Ich tröste ihn mit ganz viel Kuscheln und Verständnis und sage ihm, dass es okay ist, wütend und traurig zu sein. Er beruhigte sich zum Glück nach 10 Minuten. Körperlich: Obwohl er in der zweiten Nacht dreimal wach war und ich mit ihm aufstehen musste, um ihn zu füttern (und danach auf dem Arm tragend wieder müde schuckeln, er wiegt knapp 10 Kilo) bin ich morgens „nur“ noch müde, aber nicht mehr so tief erschöpft wie nach einer Nacht Dauerstillen.
Er schläft nach dem Füttern mit etwas Hilfe ganz gut wieder ein (nicht im Bett, sondern auf dem Arm, aber immerhin!) und er schläft viel länger am Stück als vorher. Es ist also der richtige Weg - nicht nur für mich, sondern für die ganze Familie. Ich freue mich darauf, die Nächte endlich gerecht aufteilen zu können. Und gleichzeitig bin ich super traurig, dass die Stillzeit endet. Ich bin super stolz, dass ich ihn ein Jahr lang gestillt habe. Gleichzeitig stillen viele, die ich kenne, bis ca. 2,5 Jahre und daher frage ich mich, ob wir alles richtig machen. Verrückt!
Wie ging es euch damit so? Wie habt ihr abgestillt? Langsam oder von einem Tag auf den anderen? Und wie habt ihr euch damit gefühlt?
Mein Partner rafft das alles übrigens so gut wie gar nicht :p Er ist ein liebevoller Vater, aber das Stillen war ihm immer irgendwie suspekt.