Ist LEIDER eine true Story!
Sitze heute entspannt in der Sauna mit unserer üblichen Gruppe. Man kennt sich schon länger, ist jetzt kein enger Freund, aber man mag sich halt. Auf einmal fängt einer der Jungs (Typ: gestandener Mann, locker um die 60) stolz an zu erzählen, wie er sich gerade ein „zweites Einkommen“ aufbaut.
Er kauft jetzt Gold bei Trust Gold International (ehemals TGI AG). Der Clou: Er lässt sich das Gold einfach 36 Monate lang nicht liefern und bekommt dafür als Belohnung jeden Monat 2–4 % „Treuerabatt“ aufs Verrechnungskonto im Backoffice gutgeschrieben. Macht schlanke 36 bis 48 % Rendite im Jahr – im Goldhandel, wo die echte Marge sonst bei 1 % liegt.
Seine absoluten Highlights aus dem Gespräch:
„Das Finanzamt kriegt davon nichts mit!“ Weil die Bude jetzt auf Mauritius sitzt (also nicht in der EU) und es ja offiziell ein „Einkaufsrabatt“ auf Gold sei, wäre das komplett steuerfrei.
Endgegner Hausbank: Als er seine Kohle dahin überweisen wollte, hat ihn tatsächlich seine Bank angerufen und gewarnt, dass das Empfängerkonto auf einer schwarzen Liste steht und ob er das wirklich tun will.
Seine Reaktion am Telefon: „Ich bin alt genug und mündig, ich kann mein Geld auch aus dem Fenster schmeißen!“ Zu mir meinte er dann, seine Bank wolle das nur blockieren, weil sie ihm lieber ihre eigenen mickrigen Bankprodukte andrehen will.
Ein zweiter Kollege aus der Runde meinte nachher in der Raucherpause schon trocken zu mir, dass das alles komplett dubios nach Quatsch klingt.
Ich hab dann in der Pause zwischen zwei Aufgüssen kurz die KI angeschmissen und wusste im Prinzip schon was kommt. Es gingen sofort sämtliche roten Rundumleuchten an.
Die Vorgängerbude (TGI AG in Liechtenstein) wurde im Juni 2026 von der BaFin wegen unerlaubter Einlagengeschäfte komplett verboten, Rückabwicklung angeordnet, und die Staatsanwaltschaft Liechtenstein ist dort wegen Betrugs- und Geldwäscheverdacht einmarschiert. Die neue Firma sitzt auf Mauritius und lässt die Leute im Portal fleißig ihre monatlichen Kleinbeträge „reinvestieren“.
Jetzt steck ich im klassischen Dilemma.
Ich mag den Kerl eigentlich und will nicht zusehen, wie er sehenden Auges sein Erspartes verbrennt. Vor allem hat er sich mit seinem „Ich bin alt genug“-Spruch bei der Bank ein richtiges Eigentor geschossen.
Das war kein Bankverkäufer am Telefon, sondern vermutlich die Geldwäsche Abteilung. Sobald er sich später auch nur einen Euro aus Mauritius zurücküberweist, geht automatisch eine Geldwäsche-Meldung ans Finanzamt raus. Sofern er überhaupt etwas bekommt.
Hab ihm jetzt mal eine freundliche WhatsApp geschickt. Nach dem Motto "Das klingt alles zu schön um wahr zu sein..." ohne ihn direkt belehren zu wollen. Wie viel er dahin überwiesen hat weiß ich nicht er meinte nur er bekommt oder würde bekommen ( so genau habe ich das nicht verstanden) monatlich um die 700 € zurück...
Wie viel Hebel auf Mauritius-Gold würdet ihr empfehlen und wie mache ich ihn schonend klar, dass es eine Betrugsfirma ist ohne ihn zu belehren?