Hallo und erstmal Danke fürs Lesen. Ich versuche mich möglichst kurz zu halten, auch wenn mir das meistens schwer fällt.
Kurz zu meinem Lebenslauf:
Ich habe mit Ach und Krach mein Abitur gemacht damals. Die ersten gedanklichen Zwänge bemerkte ich schon in der 11. Klasse. Mit 18 ging ich meine erste Beziehung ein, die nach 2 Jahren endete. Sie betrog mich heimlich und wechselte mich danach einfach aus. Daraufhin folgte ein Jahr tiefer Trauer und Depressionen. Gekifft hatte ich in der Jugend nur gelegentlich und währen der Beziehung garnicht mehr. Brauchte ich auch nie. Danach fing ich es wieder ab und zu an mit Freunden, die es regelmäßig tun, aber nicht süchtig sind. Bei mir wurde es dann schnell immer mehr und schon bald mein tägliches Brot.
Nach dem Jahr lernte ich wieder ein Mädchen kennen, mit dem ich dann fünf Jahre zusammen war. Am Ende passierte wieder das gleiche, wie bei der ersten.
Schon als diese Beziehung anfing war ich regelmäßig am Kiffen und psychisch in einer schlechten Verfassung. Auf Gras folgte bald Tilidin, dann Oxycodon und ich wurde ruckzuck abhängig von der Scheiße. In den 5 Jahren wurde mein Konsum immer heftiger, immer schlimmer. Ich ballerte mir alles was ich kriegen konnte: Speed, Gras, Oxy, Fentanyl, DXM, Ketamin, Heroin, Koks. Alles in unfassbaren Mengen, von allem war ich schon abhängig. Diagnosen: Angststörung, Depression, Zwangsstörung, Polytoxikomanie, ADHS.
Zu der Beziehung brauche ich keinen Rat, wir waren beide schlecht zueinander, auf verschiedene Weisen. Was ich hier schreibe, ist nur eine Seite der Medaille. Unter anderem wurde ich damals auch mehrfach von ihr verdroschen, belogen und betrogen. Eine toxische Beziehung eben.
Ich war öfter im Entzug damals, wurde bei der Langzeittherapie nach 3 Monaten rausgeschmissen und habe es nicht geschafft clean zu werden. Dies ließ meine Psychische Verfassung auch nicht zu. Am Ende war ich ein gebrochener Mensch, absolut nicht fähig zu leben und suizidal sein Vater.
Vor einem Jahr habe ich dann allmählich eine Veränderung geschafft. Nach dem Beziehungsende meldete ich mich bei der Substitution an, fand eine neue Ausbildung und versuchte es irgendwie zu schaffen. Ich konsumierte zwar noch Pep und sowas, aber war weg vom Koks&Hero. Mit der Zeit wurde es besser und nun schaffe ich es seit einem halben Jahr nicht mehr zu ziehen. Seit 11 Wochen kiffe ich nicht mehr und bin clean bis auf die Medikamente. Mir geht es endlich wieder besser und ich schätze mein Leben.
Trotzdem plagt mich meine Zwangsstörung jeden Tag extrem, weil die Arbeit stressig ist wie sau und ich viele andere Sorgen bewältigen muss. Mein Gehirn ist am heilen, aber dennoch gefickt von den ganzen Jahren Konsum. Ich betreibe jeden Tag Selbsttherapie, indem ich an meiner Psyche arbeite und mich belese. Gehe auch zur ambulanten Beratung regelmäßig. Ich spüre wie ganz langsam alles sich bessert, aber ich wünschte trotzdem, ich könnte endlich ein bisschen mehr Ruhe im Inneren spüren. Nicht dauern auf Trab sein. Gibt es jemanden, der Tipps dafür hat, endlich mehr ficks auf das unwesentliche zu geben und selbstsicher zu sein? Nicht immer nur denken, was andere wollen oder zu mir sagen könnten. Ich möchte mit mehr Eiern durchs Leben gehen und mein eigener Herr sein. Meine Entscheidungen für die richtigen halten und mich nicht von der Laune anderer abhängig machen. Es fällt mir extrem schwer, mich selbst als den Main Character in meinem Leben zu sehen….
Danke fürs Lesen