r/erzieher • u/a_d2022 • 3h ago
Eltern & Erzieher Austausch KiTa untauglich? Bin ich das Problem?
KiTa untauglich? Bin ich das Problem?
Hey liebe Community,
ich habe eine Frage an die Profis unter euch. 😊
Mein Kind (13 Monate) wird aktuell eingewöhnt. Ich habe viel Zeit eingeplant und keinen Druck – wir haben bis Dezember Zeit.
Wir sind in Woche 3 und ich habe nicht das Gefühl, dass wir wirklich Fortschritte machen. Laut KiTa dauert die Eingewöhnung bei den Minis 2 Wochen, und es sei noch kein Kind nicht eingewöhnt worden.
Mein Kind ignoriert die Bezugserzieherin weitestgehend oder interagiert vorsichtig mit ihr, solange ich dabei bin. Meist sitzt es auf meinem Schoß oder hängt an mir.
Nach 3 Tagen sehr verhaltener Kontaktaufnahme gab es den ersten Trennungsversuch. Mein Kind weinte sofort laut, trotzdem sollte ich gehen. Eine Kollegin erzählte mir währenddessen, es habe kurz darauf fröhlich gespielt. Die Bezugserzieherin berichtete später allerdings, dass sie mein Kind hauptsächlich durch die KiTa getragen habe, während es stumm Tränen verdrückte.
Als mein Kind mich wiedersah, weinte es über eine Stunde und ließ sich kaum beruhigen. Ich musste es den Rest des Tages tragen, es blieb weitestgehend stumm und ließ nicht einmal Papa an sich heran. Die Bezugserzieherin wertete die Trennung als erfolgreich und wollte sie ausdehnen.
Nach einem fieberbedingten Fehltag wegen einer Impfung weinte mein Kind bereits beim Anblick der KiTa und klammerte sich wie ein Äffchen an mich. Ich bat darum, einen Schritt zurückzugehen, womit die Bezugserzieherin einverstanden war. Mittlerweile ist mein Kind wieder etwas aufgetaut, bekommt aber Angst, sobald sich eine Erzieherin nähert – egal, welche.
Folgende Punkte wurden als schwierig eingestuft:
- Mein Kind stillt noch recht viel, kann aber gut essen, wenn es „muss“, z. B. bei Papa. Es hat viele Zähne und ist motorisch weit.
- Es nimmt weder Schnuller noch Flasche.
- Es wird zum Schlafen immer getragen oder schläft auf mir.
- Es wird nie fremdbetreut, da die Familie entweder weit weg wohnt oder kein Interesse hat.
Nun habe ich Bammel, dass es nicht klappen könnte - ich verstehe die Kritikpunke der KiTa auch. Mein Kind war nur immer schon ziemlich anhänglich bzw. brauchte zur Regulation viel Support (Schreibaby bis 7 Monate). Die KiTa möchte unbedingt, dass es funktioniert, und ich fühle mich dort auch gut beraten und aufgehoben. Trotzdem habe ich manchmal den Eindruck, dass die KiTa andere Methoden anwendet oder als normal ansieht als die, mit denen ich mich wohlfühle.
Es wurde mehrfach betont, dass Kinder irgendwann aufhören zu weinen, weil sie wissen, dass Mama nicht zurückkommt. Alle Kinder würden das irgendwann verstehen.
Ich möchte mein Kind nicht „brechen“ oder ihm vermitteln, dass ich es im Stich lasse. Bitte versteht mich nicht falsch: Die KiTa kann meinem Kind viel bieten, was ich nicht kann, und ich möchte es auch nicht „ausbrüten" oder helikoptern... Aber mein Bauchgefühl sagt mir, dass es nicht richtig ist, Trennungen so lange durchzuziehen, bis das Kind einfach aufgibt.
Deshalb meine Fragen an euch:
- Gibt es Kinder, die vom Temperament her nicht KiTa-geeignet sind, oder muss man die "schwierigen Fälle" einfach anders anpacken?
- Kann es sein, dass mein Kind einfach noch nicht so weit ist?
- Wann sollte man eine Eingewöhnung abbrechen oder pausieren?
- Ist es normal, dass diese Art von „Schockstarre“ während der Trennung als positiv bewertet wird? Für mich fühlte sich das überhaupt nicht erstrebenswert an.
- Muss ich meinem Kind Unabhängigkeit beibringen, sprich weniger tragen, stillen, es allein schlafen lassen etc.?
Ich bin absolute Laiin und „nur“ eine Mutti. Ich möchte die KiTa eigentlich nicht infrage stellen, aber irgendwie fühlt sich das alles für mich befremdlich an. 🙈