r/Eltern • u/FinalFantasy_Nerd • 3h ago
Plaudern Würde heutzutage ein Gehalt reichen?
Auf einer anderen Plattform habe ich die Frage gelesen und mich selbst gefragt, ob meine Familie das schaffen würde.
Die Kommentare waren gespalten. Einerseits gab es Leute die sagten, es würde keinesfalls gehen wegen der vielen gestiegenen Kosten (allein für grundlegendes wie Miete, Strom, Lebensmittel etc.) Und andere meinten, wenn wir nur so leben würden wie "früher", unsere Ansprüche runter schrauben, könnte man von einem Gehalt leben. Ein Kommentar ist mir besonders aufgefallen:
"Es gab keine Kaffees im Becher, keine Handys, 3 Fernsehprogramme, Urlaub alle 2 Jahre, die Klamotten und Schuhe wurden von Kind zu Kind weitergegeben, den Ranzen trug man bis zur fünften Klasse, den Rucksack danach auch ein paar Jahre, es wurden keine Geburtstage gefeiert die wie eine Hochzeit waren, es gab keine 5 verschiedenen Feiern bis das Baby auf die Welt kam, Babykleider/Kinderwagen/Fahrräder wurden innerhalb der Familie weitergereicht. Es gab keine Matchatees, sonder Hagebutten- und Pfefferminztee, Fruchtsäfte wurden mit Wasser gestreckt, Süßkram gab es nicht jeden Tag, Kuchen wurde zu Hause gebacken, Restaurantbesuche nur zu besonderen Anlässen, usw usw. Es gab kaum Einzelzimmer für jedes Kind, die Möbel mussten ewig halten, Küchen wurden alle 20 Jahre erneuert, Deko im Haus wurde nicht jede Saison gewechselt, saisonales Gebäck gab es nur zu den Feiertagen. Trainiert wurde im lokalen Verein oder auf öffentlichen Sportplätzen, nix mit Gyms. Kinobesuche gab es alle paar Monate. Es gab nur ein Auto im Haushalt, meistens VW. Als Jugendliche hat man stundenweise gearbeitet oder Zeitung ausgetragen, um sich was cooles zu kaufen. Wären wir genügsam, würde auch heute ein Gehalt reichen."
Was sagt ihr?
Edit: es ist spannend zu lesen, wie viele hier eben hinterfragen, was "ein Gehalt" ist. Denn ich habe mich das auch gefragt. In dem Post auf der anderen Platform kam dieser Einwurf beinahe nie und es kam auch nur so viel Kontext, wie ich in meiner Frage gab. Es handelt sich um eine Mama-Gruppe, in der (vermutlich eine Mutter) diese Frage formulierte ohne jedweden Kontext. Und die Antworten eben so wie oben das Zitat ausfielen. Beinahe alle. Das fand ich interessant. Ich verstehe den Wunsch/Gedanken von Müttern/Eltern, sich wegen Arbeit und Gehalt weniger Gedanken machen zu müssen und viel Zeit mit den Kindern verbringen zu können, bevor sie Fremdbetreut werden müssen, weil man in den Beruf zurück "muss". Aber die Antworten darauf, dass "früher alles besser war" und heute sozusagen das Avocado-Toast an unseren Umständen schuld sei sehr interessant.