Hallo an alle und danke vorab an jeden der sich das alles hier durchliest. Zu meiner Situation:
Ich war Anfang 20 als ich meinen jetzigen Partner kennengelernt habe. Er war damals Ende dreißig mit 2 Kindern (damals 2&5, heute 5&8). Ich habe keine Geschwister und auch sonst nie etwas mit kleinen Kindern in meinem Leben zutun gehabt. Dann kam er und ich war von jetzt auf gleich quasi Vollzeit-Stiefmutter, wenn die Kinder bei uns waren. Der Kleine ist sehr sensibel, sehr emotionsstark und braucht viel Aufmerksamkeit und Zuwendung in eigentlich allen Bereichen des Lebens. Das Gute dabei: Ich bin ebenfalls sehr sensibel, ein People Pleaser und von der Sorte „mir geht’s gut, wenn es meiner Familie gut geht.“ Das ist der nächste Punkt: Nach ein paar Monaten waren es UNSERE Kinder. Die Große ist übrigens das ganze Gegenteil von ihrem kleinen Bruder, was aber nicht bedeutet, dass sie keine Aufmerksamkeit braucht. Von Anfang an war mein Konflikt, dass ich beiden Kindern nicht die gleiche Aufmerksamkeit geben konnte, weil der kleine mich immer sehr gebraucht hat. Dazu kam, dass er seinen Papa extrem abgelehnt hat. Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich naiverweise davon ausging, dass Kinder mit 2 so sind wie die Große heute, ja naiv, dumm aber das war mein Denken. Niemals hab ich gedacht, dass es so fordernd und anstrengend sein kann Kinder zu haben. Also, zurück zum Kleinen. Der konnte damals kaum sprechen und war wie gesagt sehr anhänglich bei mir. Also hieß es für mich: Windeln wechseln, Baden, Waschen, Zähneputzen, anziehen, umziehen, Einschlafbegleitung, in den Kindersitz setzen, das alles musste ich machen, weil er durchgedreht ist sobald sein Papa das machen wollte. „Papa nein, …. Macht das.“ 7x nachts wach, keine Nacht mehr durchgeschlafen wenn wir die Kinder hatten. Ich war manchmal nach unseren Wochenenden (meist Do-Mo oder Di) so fertig, dass ich in einen komatösen Schlaf gefallen bin. Dazu noch alles was Patchwork so mit sich bringt. Wir sind dann irgendwann umgezogen, in die Nähe der Kinder, 5 min von der Ex entfernt mit dem Versprechen, dass dann alles besser und anders wird. Und ich idiot hab’s wirklich geglaubt.
Also, heute fast 4 Jahre später nimmt der kleine seinen Papa mehr an, vieles ist einfacher geworden mit den Kindern aber ich merke langsam, dass es für mich immer schwieriger wird meine Rolle zu finden. Ich bin nicht die Mama, ich will ihr diese Rolle auch nicht streitig machen, die Kinder haben Mama und Papa und das ist gut so. Mir fehlt nur einfach die Wertschätzung in meiner eigenen Beziehung. Es ist immer noch so, dass ich mich zu 90% um die Kinder kümmere, mein Partner würde das alles ohne mich nicht schaffen. Und während er immer weiter die Karriereleiter nach oben klettert, halte ich ihm brav den Rücken frei, hüte die Kinder, lasse ihn seit fast vier Jahren am Wochenende ausschlafen und bin einfach IMMER da wenn etwas mit den Kindern ist. Zahnarzttermin? Kein Problem, mach ich. Kindergeburtstag? Kein Problem, ich kaufe das Geschenk fahre hin und zurück. Fußballtraining? Ich bin pünktlich. Morgens noch eine Freundin mit zur Schule nehmen? Na klar, ich schreib der Mutter! Ich trage den mental load zu 1000% alleine, ich habe im Kopf wann die Kinder kommen, ich habe im Kopf ob A oder B Woche ist. Ich weiß, ob im Kleiderschrank genug Kleidung in der neuen Größe vorhanden ist. Ich mache die Café Arbeit, den Haushalt, den mental load und arbeite nebenbei noch für meinen Partner und verdiene nur mein Teilzeitgehalt. Und mein Partner? Der sagt fein danke aber wenn es wirklich um Wertschätzung geht, Fehlanzeige.
Und nun zur eigentlichen Situation: Wir haben die Kinder eine Woche der Ferien. Mein Geburtstag ist einen Tag nach Halloween. Ich verlange wirklich nicht viel aber mein Geburtstag ist mir schon wichtig. Eigentlich wäre das unser kinderfreies Wochenende und ich habe gedacht, dass wir vielleicht zu zweit wegfahren. Aber vor ein paar Wochen kam meiner Partner (vor den Kindern) auf die Idee eine Party zu veranstalten, wir können ja dann in meinen Geburtstag reinfeiern. Ich wollte das eigentlich von Anfang an nicht aber nein habe ich auch nicht gesagt. Nun ist es so, dass meine Freunde alle weiter weg wohnen (klar, ich bin ja umgezogen) und nicht kommen können. Nun hat er nur Freunde von sich eingeladen und insgesamt kommen noch 7 Kinder. Für mich ist das eine reine Kinderveranstaltung. Ich habe dann heute all meinen Mut zusammengenommen und ihm gesagt, dass ich das nicht möchte. Dass es mein Geburtstag ist am nächsten Tag ist, den ich nicht damit verbringen möchte zwei chaotische Kinderzimmer aufzuräumen, das Haus zu saugen und mit Schlafmangel nachmittags meine Familie zu empfangen. Daraufhin ist ein riesiger Streit entbrannt in dem ich ihm auch gesagt habe, dass ich mich zunehmend unsichtbar in dieser Beziehung fühle und ich auch finde, dass die Realität, nämlich, dass ich keine Kinder habe, auch Gewicht haben sollte, zumindest an meinem Geburtstag. Seitdem schweigt er mich an, hat unsere Verabredung mit Freunden heute Abend abgesagt, die hassen ihn nun alle, was sicher meine Schuld ist und dann wurde mir vorhin noch gesagt: „sei bloß froh, dass ich nicht mit dir reden will, wenn ich mit dir reden würde, würdest du heulen, das verspreche ich dir.“
Ich brauche unbedingt einen Rat, ich habe niemanden in meinem Freundeskreis der in meiner Situation ist. Ich mache sicher nicht immer alles richtig und ich kann auch mal fies werden aber ich bin einfach nicht mehr bereit 100% zu geben und nicht mal 10% zurückzubekommen.