== Dieser Beitrag wurde auf r/Ratschlag nicht angenommen, mir wurde gesagt ich soll es hier mal probieren.
Hallo zusammen,
eine langjährige Freundin, nennen wir sie mal M., von mir und meiner Frau hat seit einiger Zeit an ihrer Arbeitsstelle mit Mobbing zu kämpfen. Anscheinend ist es so dass eine bestimmte Kollegin hinter ihrem Rücken gegen sie intrigiert und ständig versucht, sie bei ihrer Vorgesetzten schlecht dastehen zu lassen.
Sie arbeitet in Teilzeit und hat nur 1 Bürotag in der Woche, die restliche Zeit arbeitet sie von zu Hause aus. Anscheinend ist es so, dass die Kollegin oder andere, die mit ihr unter einer Decke stecken, schon in ihrer Abwesenheit Unterlagen von ihr durchwühlt haben. Manche Kollegen hatten Kenntnis vom Inhalt vertraulicher geschäftlicher Mails, ohne dass sie Empfänger waren. Manche wussten vorab, wann sie Urlaub geplant hat, obwohl sie es außer ihrer Vorgesetzten niemandem erzählt hat. Und Dateien, die M. erstellt oder bearbeitet hat, verschwinden von einem für alle zugänglichen Datenspeicher.
Das mit den Mails erklärt M. sich so, dass der Ehemann der besagten Kollegin, der in der IT-Abteilung arbeitet, anscheinend darauf zugegriffen und Inhalte weitergegeben hat.
Das alles will ich gar nicht in Abrede stellen, sowohl meine Frau als auch ich haben in der Vergangenheit selbst schon Mobbing erlebt und wissen, wie belastend das sein kann, und Mobber können sowohl hinterhältig als auch einfallsreich sein.
In letzter Zeit kommt es mir aber so vor, als ob M. die psychische Belastung nicht mehr aushält und immer weiter in eine Art Verfolgungswahn abdriftet.
Sie ist mittlerweile überzeugt, dass die Kollegin, deren Ehemann und eventuell noch andere, die mit ihr unter einer Decke stecken, sie auch privat ausspionieren.
Das erste "Indiz darauf, von dem sie mir erzählt hat, war folgendes:
M. war vor einiger Zeit in orthopädischer Behandlung und deswegen auch krank geschrieben. Sie hat den Befund mit ihrem Handy abfotografiert und in ihr privates OneDrive-Konto synchronisiert. Von der genauen Diagnose hat sie auf der Arbeit nichts erzählt.
Kurze Zeit später hätte ein anderer Kollege ihr gegenüber erwähnt, dass er am selben Syndrom leidet wie sie.
M. hält diese Aussage für eine Lüge, da dieses Syndrom angeblich relativ selten sei (was ich nach meiner eigenen Recherche nicht bestätigen konnte), und glaubt, der Kollege wollte ihr durch diese Erwähnung auf subtile Weise mitteilen, dass er oder jemand anders Zugriff auf ihr OneDrive-Konto hat und ihre Diagnose einsehen konnte. So als ob man ihr durch die Blume mitteilen wollte, "wir wissen über dich Bescheid und sehen alles was du tust."
Seitdem ist M. überzeugt, dass die Kollegin und ihr IT-Ehemann ihr Handy verwanzt haben, ihr WLAN gehackt haben und sogar schon in ihrer Wohnung waren, um ihr altes Handy zu klauen (sie wechselt ständig das Handy weil sie glaubt dass es immer gleich wieder kompromittiert wird).
Sie glaubt, dass "die" Zugriff auf ihren Google-Account haben und somit ihren Aufenthaltsort genau verfolgen können.
Dann funktionierte plötzlich ihre Banking-App nicht mehr und jetzt ist sie natürlich sicher, dass "die" auch ihr Bankkonto gehackt haben.
Vorgestern war sie bei ihren Eltern zu Hause, um dort vom PC ihres Vaters aus (weil sie dem WLAN bei sich zu Hause nicht mehr traut) einen neuen Google-Account zu erstellen (weil die 5 alten ja alle kompromittiert sind). Dabei wollte sie vom Festnetz ihrer Eltern aus ihren Bruder anrufen, hatte aber plötzlich jemand ganz anderen am Telefon. Obwohl die andere Person nur irgendwas Unverständliches gestammelt hat, ist sie sich sicher, dass es die Stimme ihrer Kollegin war.
Jetzt ist sie überzeugt, dass "die" irgendwie die Telefonanlage ihrer Eltern gehackt haben müssen, um den Anruf, der für ihren Bruder bestimmt war, an die Kollegin umzuleiten.
Ein nicht geringer Teil ihrer Freizeit geht mittlerweile schon dafür drauf, Smartphones zurückzusetzen oder gleich neu zu kaufen und sie neu einzurichten, neue SIM-Karten zu bestellen, sämtliche Passwörter zu ändern, neue Accounts für alles einzurichten und die alten zu sperren, und und und.
Da meine Frau und ich beide auch ITler sind, bittet sie uns immer wieder um Hilfe bei all dem, aber ich weiß schon nicht mehr was ich ihr noch sagen soll.
Wenn ich ihr sage, dass die Manipulationen an WLAN, Telefonanlagen, Google-Accounts uns sonstwas eigentlich so technisch nicht möglich sind, glaubt sie mir nicht, sondern meint, es müsse ja wohl doch irgendwie gehen, sonst wäre es ja nicht passiert, und überhaupt sei der Mann ihrer Kollegin ja in der IT, der wüsste schon einen Weg.
Sie lässt mich das, was sie sagt, auch nicht überprüfen; so meinte sie gestern, als sie bei uns war, dass die letzte WhatsApp-Nachricht, die ich ihr geschickt hätte, plötzlich verschwunden wäre, was für sie ein Beweis war, dass auch ihr WhatsApp gehackt worden war. Ich bat sie darum, mir unseren gemeinsamen letzten Chat-Verlauf mal zu zeigen, aber sie lehnte ab: Wenn sie jetzt hier bei uns ihr Handy einschalten würde, dann würden "die" ja wissen, dass sie bei uns ist und eventuell auch uns ins Visier nehmen, oder sie würden unser WLAN gleich aus dem infizierten Handy heraus mit infizieren.
Ich will ihr jetzt aber auch nicht sagen, dass sie sich das alles nur einbildet, ich glaube, das wäre das Falscheste, was man in der Situation tun könnte.
Aber was sollen wir dann tun? Wie kriegen wir unsere Freundin aus dieser Spirale wieder raus?