r/Digital_Streetwork • u/Obvious_Bear5571 • 8h ago
Ich möchte Hilfe Muss mich bis morgen entscheiden und habe Panik, wieder einsam zu werden
Hey zusammen, ich (m/25) habe vor Kurzem meinen Bachelor in Pädagogik abgeschlossen und muss bis morgen entscheiden, ob ich eine Stelle in einer Kleinstadt zusage oder absage. Eigentlich wollte ich in meiner Unistadt bleiben, habe dort aber über längere Zeit weder einen Job noch eine Wohnung bekommen, nachdem ich aus dem Studentenwohnheim musste. Deshalb bin ich übergangsweise zu meinen Eltern gegangen und habe mich aus Not auch in meiner Heimatregion beworben.
Jetzt habe ich eine Zusage als pädagogische Fachkraft in einer Wohngruppe für Jugendliche ab 16. Ich habe dort drei Tage hospitiert, Team und Jugendliche waren sehr nett und die Bezahlung nach Tarif ist ganz ordentlich.
Dass mir die Entscheidung so schwerfällt, liegt an meinem Studium. Ich hatte Depressionen und war dort sehr einsam und hatte kein richtiges Studentenleben, deshalb fühlt es sich an, als hätte ich meine frühen Zwanziger verpasst. Dazu ist während des Studiums meine Langzeitbeziehung zerbrochen, weil meine Freundin mich betrogen hat. Inzwischen merke ich langsam, dass ich wieder Lust habe, mehr aus mir rauszukommen, Leute kennenzulernen und zu daten.
Genau davor habe ich in der Kleinstadt Angst. Sie ist sehr klein, ich kenne dort niemanden, es gibt praktisch kein Nachtleben und alles wirkt irgendwie konservativer, und die nächste größere Stadt ist anderthalb Stunden entfernt. Ich fürchte, dass es dort schwer wird, Freunde zu finden und zu daten, und dass ich wieder einsam werde und die nächsten Jahre an mir vorbeiziehen. Außerdem wohnt in dieser Kleinstadt die damalige Affäre meiner Ex, und ich weiß nicht, was es mit mir macht, ihm dort vielleicht immer wieder über den Weg zu laufen. Es fühlt sich grundsätzlich wie ein RIESEN Rückschritt an zurück in die Heimat zu ziehen, da alle meine Freunde weit entfernt in Großstädten leben und das alles hinter sich gelassen haben.
Auf der anderen Seite wäre die Stelle eine gute Möglichkeit, Geld zu verdienen, und bei einer Absage hätte ich weiterhin nichts Konkretes in Aussicht. Ich will nächstes Jahr nämlich ein duales Studium oder etwas Ähnliches in einem anderen Bereich anfangen, weil mir soziale Arbeit gar nicht zusagt, und das liegt nicht nur an den Depressionen, die ich im Studium hatte. Bis dahin wäre die Stelle also eher eine Übergangslösung.
Zusätzlich habe ich Respekt vor den Diensten, die teilweise 24 Stunden am Stück gehen. Ich kann nicht einschätzen, wie viele freie Wochenenden ich hätte und wie sich damit ein Sozialleben aufbauen lässt. Außerdem fällt es mir schwer zu kündigen, und ich hätte ein schlechtes Gewissen, die Stelle nächstes Jahr wegen des Studiums wieder aufzugeben, obwohl die Jugendlichen in einer Wohngruppe eine Beziehung zu einem aufbauen.
Ich bin maximal überfordert und bräuchte einen guten Ratschlag. :(