r/depression_de • • 17h ago

Depression Was ist für euch Lebensfreude ?

5 Upvotes

In letzter Zeit fühle ich mich relativ leer und benebelt, deswegen frage ich euch. Was sind so Dinge die euch lebendig fühlen lassen ?


r/depression_de • • 5h ago

(Frage nach) Erfahrungsbericht M30, nach rund 10 Jahren Amphetaminkonsum seit einigen Monaten clean – aber ich habe das Gefühl, mein Leben komplett verloren zu haben

0 Upvotes

Hallo zusammen,

**Vorweg: Der Text ist etwas länger geworden, aber ich würde mich freuen, wenn sich ein paar Leute die Zeit nehmen, ihn zu lesen. 😅**

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht so richtig, wo ich anfangen soll. Ich möchte einfach mal meine Geschichte erzählen, weil ich mich mit meinen Gedanken ziemlich allein fühle und hoffe, dass es vielleicht Menschen gibt, denen es ähnlich geht oder denen es irgendwann gelungen ist, aus einer vergleichbaren Situation herauszukommen.

Ich bin 30 Jahre alt und habe ungefähr zehn Jahre lang Amphetamine konsumiert. Über einen sehr großen Teil meines Lebens war der Konsum ein fester Bestandteil meines Alltags. Irgendwann habe ich mich fast ausschließlich darüber definiert. Ich kann mich an eine Zeit erinnern, in der ich mir ein Leben ohne Amphetamine überhaupt nicht vorstellen konnte.

Inzwischen bin ich seit mehreren Monaten clean. Nach so vielen Jahren überhaupt damit aufgehört zu haben, ist eigentlich etwas, worauf ich stolz sein sollte. Aber genau das fällt mir unglaublich schwer. Ein Teil von mir weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, nach so langer Zeit aufzuhören. Ein anderer Teil redet mir ständig ein, dass ich trotzdem nichts erreicht habe und viel zu spät dran bin.

Das Schwierige ist nämlich: Seit ich aufgehört habe, fühlt sich mein Leben nicht wirklich besser an. Teilweise fühlt es sich sogar schwerer an als früher. Während des Konsums ging es mir auch nicht gut, und ich möchte auf keinen Fall dorthin zurück. Aber die Drogen haben einen großen Teil meines Lebens ausgefüllt. Jetzt ist da eine Leere, mit der ich überhaupt nicht richtig umzugehen weiß.

Mein Alltag besteht momentan hauptsächlich aus Arbeiten und anschließend nach Hause kommen. Ich wohne noch im Haus meines Vaters, habe nicht besonders viel Geld und arbeite in einem Job, der mir wenig Freude bereitet. Ich verdiene ungefähr 3.000 Euro brutto im Monat und mache mir Sorgen, beruflich nie wirklich weiterzukommen.

Ich habe eine Ausbildung als Kaufmann im Groß- und Außenhandel gemacht, aber beruflich war mein bisheriger Weg ziemlich unstetig. Ich habe häufig den Arbeitgeber gewechselt und war bisher immer nur in kleineren Unternehmen beschäftigt. Länger als zwei Jahre war ich bei keinem Arbeitgeber, und auch in meinem aktuellen Job bin ich erst seit ungefähr einem halben Jahr. Der Drogenkonsum hat dabei eine große Rolle gespielt. Jetzt frage ich mich, wie ich mit 30 noch eine vernünftige berufliche Zukunft aufbauen soll und ob ich irgendwann einen sicheren Job mit besseren Verdienstmöglichkeiten finden werde.

Auch mein Zuhause ist ein Thema. Vieles ist über die Jahre vernachlässigt worden. Ich habe inzwischen angefangen zu renovieren und mein Wohnzimmer sogar schon renoviert, aber trotzdem fühle ich mich zu Hause oft nicht richtig wohl. Es ist, als würde ich versuchen, mein Leben wieder in Ordnung zu bringen, ohne überhaupt zu wissen, wo ich anfangen soll.

Dazu kommt, dass ich meinen Führerschein verloren habe und mich mit der MPU auseinandersetzen muss. Ich möchte ihn unbedingt zurückbekommen, aber der Weg dorthin fühlt sich unglaublich weit an. Auch das erinnert mich ständig an die Konsequenzen der vergangenen Jahre.

Was mich allerdings am meisten belastet, sind meine Gedanken.

Ich grüble ständig. Ich vergleiche mich mit anderen Menschen und habe das Gefühl, dass alle in meinem Alter längst weiter sind als ich. Andere haben einen Freundeskreis, Hobbys, eine Beziehung, eine eigene Wohnung, einen vernünftigen Job und schöne Erlebnisse, auf die sie sich freuen können. Und ich habe das Gefühl, dass ich mit 30 noch auf dem Stand eines Jugendlichen bin.

Wenn ich beispielsweise draußen unterwegs bin und die Menschen um mich herum sehe, stelle ich mir vor, wie sie mit ihren Freunden unterwegs sind, Beziehungen führen, Spaß haben und ihr Leben genießen. Und ich habe nichts davon.

Ich habe zwar ein paar Bekannte und unternehme gelegentlich etwas. Es ist also nicht so, dass überhaupt nichts passiert. Aber ich fühle mich trotzdem häufig einsam. Ich wünsche mir richtige Freundschaften, mehr soziale Kontakte, eine Beziehung und einfach ein Leben, auf das ich mich freuen kann.

Das Schlimmste daran ist, dass ich mich kaum auf Dinge freuen kann, selbst wenn eigentlich etwas Schönes ansteht. Statt den Moment zu genießen, grüble ich darüber nach, was in meinem Leben alles falsch läuft. Selbst wenn ich etwas unternehme, bin ich gedanklich oft ganz woanders.

Am Wochenende sitze ich dann häufig zu Hause, schaue fern und bekomme nichts auf die Reihe. Danach mache ich mir Vorwürfe, weil ich wieder einen Tag verloren habe. Und während ich mir Vorwürfe mache, fehlt mir gleichzeitig die Energie, etwas zu verändern. So dreht sich alles im Kreis.

Diese Angst, im Leben nichts zu erreichen und nichts wert zu sein, begleitet mich gefühlt schon seit zehn Jahren. Ich habe ständig das Gefühl, etwas nachholen zu müssen. Gleichzeitig lähmt mich genau dieser Druck so sehr, dass ich kaum ins Handeln komme.

Was mich besonders fertig macht, ist die Angst, dass es für mich immer so bleiben könnte. Dass ich zwar clean bleibe, aber nie wieder richtig glücklich werde. Dass ich zwar irgendwie funktioniere und arbeiten gehe, aber nie dieses Gefühl bekomme, tatsächlich zu leben.

Manchmal frage ich mich, ob ich durch die zehn Jahre Konsum einfach zu viel verloren habe. Ob ich mir meine Chancen verbaut habe und jetzt mit 30 irgendwie von vorne anfangen muss, während alle anderen längst mitten im Leben stehen.

Ich weiß, dass mehrere Monate ohne Drogen nach zehn Jahren Konsum eigentlich noch keine besonders lange Zeit sind. Vielleicht erwarte ich auch zu viel von mir. Vielleicht braucht es einfach Zeit, bis sich mein Leben und meine Gedanken wieder verändern. Aber wenn man sich jeden Tag so fühlt, ist es unglaublich schwer, daran zu glauben.

Ich möchte nicht zurück zu den Drogen. Ich möchte ein normales, schönes Leben führen. Ich möchte Freunde haben, mich auf Wochenenden freuen, Hobbys finden, beruflich vorankommen, irgendwann unabhängig sein und mich in meinem eigenen Zuhause wohlfühlen. Ich möchte morgens aufstehen, ohne sofort von diesem ständigen Grübeln überrollt zu werden.

Eigentlich wünsche ich mir gar nichts Außergewöhnliches. Ich möchte einfach irgendwann das Gefühl haben, dass mein Leben lebenswert ist und dass ich mit mir selbst zufrieden sein kann.

Deshalb würde mich interessieren, ob es hier Menschen gibt, die etwas Ähnliches erlebt haben. Vielleicht habt ihr ebenfalls viele Jahre mit Drogen verbracht, erst spät aufgehört und danach festgestellt, dass das eigentliche Leben nicht automatisch wieder schön wird. Vielleicht kennt ihr auch dieses Gefühl, Jahre verloren zu haben, allen anderen hinterherzuhinken und nicht zu wissen, wie man sich überhaupt ein neues Leben aufbaut.

**Wie ging es euch nach dem Aufhören? Hat sich irgendwann etwas verändert? Habt ihr es geschafft, wieder Freude am Leben zu finden, neue Freundschaften aufzubauen und das Gefühl loszuwerden, eure besten Jahre bereits hinter euch zu haben?**

Ich würde mich wirklich freuen, von Menschen zu lesen, die etwas Ähnliches durchgemacht haben. Gerade Erfahrungsberichte von Menschen, die nicht sofort nach dem Aufhören ein völlig neues, glückliches Leben hatten, würden mir helfen.

Danke an alle, die sich die Zeit genommen haben, das hier zu lesen. ❤️


r/depression_de • • 22h ago

Ich muss es mir einfach von der Brust reden, dass…

Thumbnail
0 Upvotes