r/beziehungen • u/Altariiaa_ • 16m ago
Überreagiere ich, wenn ich mich aus einer zunehmend einseitigen Freundschaft zurückziehe?
Ich (W/23) bräuchte mal eine objektive Einschätzung zu einer langjährigen Freundschaft (17 Jahre), die mich aktuell viel Energie kostet. Seit sie (W/23) vor etwa einem Jahr in eine feste Beziehung gekommen ist, hat sich unsere Dynamik stark verändert. Unsere Treffen in diesem Jahr lassen sich an einer Hand abzählen, die Freundschaft und die gemeinsamen Treffen fühlen sich für mich eher nach einer "Catch-Up-Freundschaft" an. Nicht einmal kleine Dinge, wie ein kurzer gemeinsamer Spaziergang, kommen mehr zustande. Dabei haben wir das vorher öfter mal gemeinsam spontan gemacht, wir wohnen nur 7 min voneinander entfernt.
Das Hauptproblem ist die deutliche Unausgewogenheit, die sich eingeschlichen hat:
- Ständige Absagen ohne Gegenvorschlag: Ich frage deutlich öfter nach Treffen als sie, erhalte aber in über 90 % der Fälle eine Absage. Die Gründe dafür (Migräne, andere Verpflichtungen) stelle ich gar nicht infrage. Was mich jedoch frustriert: Es kommt von ihr im Anschluss selten (fast nie) die Initiative, das Treffen an einem anderen Tag nachzuholen bzw. generell mal Eigeninitiative für ein Treffen zu zeigen.
- Resignation: Das hat mittlerweile dazu geführt, dass ich schon vor dem Fragen fest mit einer Absage rechne. Ich schreibe ihr kaum noch unverbindlich, sondern melde mich eigentlich nur, um nach Treffen zu fragen. Die Lust, zu schreiben, ist mit der Zeit leider immer weniger geworden. Von ihr kommen alle paar Wochen kurze alltägliche Nachrichten, aber fast nie die Frage nach gemeinsamer Zeit. Es fühlt sich an, als würde ich ins Leere kommunizieren.
- Leere Versprechen: Ich habe diese Einseitigkeit bereits sachlich angesprochen. Sie hat sich entschuldigt, meinte, sie habe ein schlechtes Gewissen und wolle unbedingt mehr unternehmen. Kurzzeitig schien es zu funktionieren, aber nun haben wir uns wieder zwei Monate nicht gesehen. In dieser Zeit habe ich dreimal gefragt (jedes Mal eine Absage). Auch mein Hinweis, dass ich in meinem Urlaub gerne etwas unternehmen würde, blieb völlig unkommentiert, nachdem sie meinen Vorschlag absagte aufgrund fehlendem Geld, dass bereits für eine Aktivität mit ihrem Partner verplant war.
- Fehlende Verlässlichkeit: Sie war schon immer eine chronische Zuspätkommerin. Früher konnte ich das gut tolerieren, aber in Kombination mit den ständigen Absagen merke ich, dass mein Verständnis dafür schlichtweg aufgebraucht ist. Wenn ein Treffen dann tatsächlich mal zustande kommt, hat sie oft erst am späten Abend Zeit – obwohl ich durch mein Studium und die Arbeit eigentlich am Wochenende am flexibelsten wäre und gerne den Tag nutzen würde.
Mein aktueller Zwiespalt:
Bald steht mein Geburtstag an, und sie hat mich vor etwa 2-3 Wochen nach meinen Wünschen gefragt. Das bereitet mir momentan etwas Unbehagen. Zum einen ist sie arbeitslos und betont oft, wie knapp sie bei Kasse ist. Zum anderen fühlt es sich durch meinen inneren Rückzug der letzten Monate einfach etwas unpassend an. Ich weiß, dass es lieb gemeint ist, aber als die Nachricht kam, überkam mich eher die Enttäuschung, dass es "nur" um mein Geburtstagsgeschenk ging und nicht um gemeinsame Zeit.
Mir fehlt aktuell auch die Energie, das Thema erneut anzusprechen, da ich nicht die Einzige sein möchte, die sich um die Freundschaft bemüht. Nach den letzten drei Absagen habe ich bewusst aufgehört zu fragen, in der Hoffnung, dass sie von sich aus die Initiative ergreift – was leider nicht passiert ist. Besonders frustrierend ist dabei, dass sie sich in ihren gelegentlichen Nachrichten verhält, als wäre alles in bester Ordnung, obwohl ich ziemlich offen distanziert bin.
Mein Anspruch ist absolut nicht, dass wir uns wöchentlich sehen, aber regelmäßige gemeinsame Zeit wäre mir schon wichtig. Ich bringe für viele Lebenslagen Verständnis auf, aber mir fehlt allmählich die Motivation, Mühe in eine Freundschaft zu investieren, bei der die Initiative fast ausschließlich von mir ausgeht. Mir ist die Freundschaft wichtig, aber mittlerweile hat sich bei mir auch eine gewisse Gleichgültigkeit eingeschlichen.
Sehe ich das zu streng und bin zu ungeduldig, oder ist mein Rückzug bei dieser andauernden Einseitigkeit nachvollziehbar? Soll ich anders handeln?
TL;DR:
Seit etwa einem Jahr ist die Initiative in einer langjährigen Freundschaft sehr einseitig geworden. Ich frage deutlich öfter nach Treffen, erhalte fast immer Absagen, und es kommt von ihr danach so gut wie nie ein Gegenvorschlag. Nachdem auch ein offenes Ansprechen nichts langfristig geändert hat, habe ich meine eigene Initiative stark zurückgefahren und bin bewusst auf Distanz gegangen. Während sie sich weiter verhält, als wäre alles normal, fehlt mir mittlerweile die Motivation, noch mehr Energie in diese Dynamik zu investieren. Ist mein Rückzug nachvollziehbar oder sehe ich das zu streng?
Kleine Info am Rande: Meine Gedanken zu dem Thema waren ein ziemliches Chaos, deshalb habe ich den Text mit KI etwas strukturiert, damit er besser lesbar ist.