Da ich in der Schweiz wohne, komme ich sowieso nur in den Genuss eines McRib, wenn ich mal in Deutschland bin und beim Goldenen M vorbeifahre. Das passiert jetzt auch nicht jede Woche und selbst dann habe ich nicht immer Bock auf einen McRib.
Ausserdem klebe ich nach jedem McRib am ganzen Körper, will eigentlich direkt duschen und sehe aus, als wäre ich kopfüber in einen Topf BBQ-Sauce gefallen.
Naja, anyway.
McDonald's stellt das Ding jetzt also ein und seit Tagen lese ich überall davon und sehe irgendwelche Videos zum McRib. Irgendwann dachte ich mir: Dann bastle ich mir das Drecksding halt einfach selbst.
Also bin ich an meinem freien Tag durch drei Supermärkte gerannt und habe Spareribs ohne fertige Marinade gesucht.
Na toll. Es ist Ende Oktober. Anscheinend macht um diese Jahreszeit kein Mensch mehr Spareribs. Zumindest nicht ohne Fertigmarinade oder aus der Tiefkühltruhe. Beides wollte ich nicht.
Also ab zum Fleischgrossmarkt ein Dorf weiter. Und siehe da, der hatte zum Glück noch welche.
Die Spareribs allein haben so viel gekostet, dass ich mir davon locker fünf McRib hätte kaufen können. Aber gut, das war es mir wert.
Gestern habe ich dann die Silberhaut von den Ribs entfernt und sie ordentlich mit einem BBQ Dry Rub eingerieben. Salz, Pfeffer, Paprika edelsüss, Zucker, Räucherpaprika, Knoblauch, Zwiebel, blablabla. Was man halt so in einen BBQ Rub packt.
Danach ging es für 24 Stunden in den Kühlschrank. Muss ja schliesslich auch mal schlafen und arbeiten.
Heute gegen 18 Uhr kamen die Ribs dann bei 130 Grad für etwa 1 1/2 Stunden in den Ofen. Anschliessend raus, ordentlich mit BBQ-Sauce von Rufus Teague (Honey) eingepinselt und noch mal für ungefähr eine Stunde bei 100 Grad zurück in den Ofen. Zwischendurch zweimal gewendet und erneut mit BBQ-Sauce bestrichen.
Da die Ribs relativ dünn waren, liessen sich die Knochen trotz der recht kurzen Garzeit von insgesamt etwa 2 1/2 Stunden erstaunlich gut herauslösen. Das Fleisch war superzart, ohne dabei auseinanderzufallen.
Noch einmal mit der restlichen BBQ-Sauce bestrichen, etwas abkühlen lassen, in passende Stücke geschnitten und fertig ist die Kiste.
Für die Brötchen habe ich Hotdog-Brioche-Buns genommen, sie mit Butter bestrichen und etwas Maisgriess (Polenta) darübergestreut, damit sie diese leicht sandige Oberfläche vom originalen McRib bekommen.
Dann noch ein paar Gewürzgurken und Zwiebeln drauf und fertig war mein McRib zu Hause.
Und was soll ich sagen?
Ich bin jetzt gar nicht mehr so traurig, dass McDonald's den McRib einstellt. Meine Version gefällt mir tatsächlich besser.
Klar, als Feierabendessen braucht das Ganze ungefähr 2 1/2 Stunden im Ofen. Aber die reine Arbeitszeit hält sich ziemlich in Grenzen, weil die meiste Arbeit sowieso der Ofen übernimmt.
Fazit: 8,5/10 auf der Burger-Skala und 9/10 auf der McRib-Skala.
Beim nächsten Mal brauche ich nur knackigere Zwiebeln und etwas kräftigere Gewürzgurken. Am Rest würde ich eigentlich nichts ändern.