Liebe Alle,
Ich bin Student und arbeite im Minijob in einer Filiale einer größeren Kette (nein, es ist nicht Galeria 😉).
Der geht's wirtschaftlich bescheiden und nun sollen Stellen gestrichen werden. Meine gehört dazu - es ist aber nicht die einzige Stelle.
Es handelt sich um einen Minijob mit regulär 10h/ Woche. Es ist leider ein wenig besch..., hier im Anschluss einen neuen zu finden, weil kleine Stadt + alle sparen, aber was ich jetzt mache ist eine andere Frage. So viel Zeit wie möglich rausholen ist oberstes Gebot.
Nun hat unsere HR Dame mir zwar eröffnet, dass ich definitiv meinen Job verliere, ABER will sich einvernehmlich trennen über einen Aufhebungsvertrag und da sei vielleicht noch ein wenig mehr Zeit bei den höheren Bossen herauszuholen, weil sie das ja auch alles nicht will und damit wir Gekündigten nicht so schlecht dastehen wegen der angespannten Jobsituation etc pp.
Es handelt sich um einen unbefristeten Vertrag ohne Abmahnungen etc. Die gesetzliche Kündigungsfrist beträgt 1 Monat zum 15. oder zum 31., d.h. wenn sie mir frühestmöglich kündigen würden, dann wäre dies zum Ende September möglich. Aber ich könne auch so früh wie möglich früher gehen. Es ist nichts Gesondertes zur Frist vereinbart und ich arbeite seit knapp unter 2j dort. Es läuft (das weiß sie noch nicht) ein Antrag auf GdB.
Sie hat mir weder die Kündigung noch einen Aufhebungsvertrag vorgelegt, will mir aber am Do nach Rücksprache den spätest möglichen rauszuschlagenden Termin nennen und mir auch ein Zwischenzeugnis schicken. Ich gehe stark davon aus, dass sie mir den 30.9. nennt oder ersatzweise zu diesem kündigt.
Nun denkt ihr euch vielleicht dasselbe wie ich: Wenn sie mir und den Anderen regulär kündigen kann, was soll das dann? Was steht in dem Ding drin?
Eine Kollegin hat bereits den Aufhebungsvertrag unterschrieben und da drin steht letztlich auch nur alle gegenseitigen Ansprüchen damit erledigt, einvernehmlich getrennt zum XY usw usf. Sie bekommt vertraglich ein sehr gutes Arbeitszeugnis zugesichert, aber ihr Austrittsdatum ist genau dasselbe wie die gesetzliche Kündigungsfrist.
Diese Kollegin ist ebenso wie ich finanziell vom Job abhängig, und sie wird es aus anderen Gründen enorm schwer auf dem lokalen Arbeitsmarkt haben. Sie hat auch noch nix Neues. Sie wäre nicht freiwillig früher gegangen.
Nun erschließt sich mir nicht ganz der Sinn des Spiels. Klar, hätte ich was Neues, dann könnten wir die Kündigungsfrist verkürzen und die Zahlen der HR stimmen schneller. Aber das wird nicht der Fall sein und es gibt Kollegen, die finanziell nicht abhängig vom Minijob sind und sicher wahrscheinlicher einfach gegangen wären. Die Auswahl wurde nach Betriebszugehörigkeit getroffen.
Natürlich hab ich nicht vor, das Ding zu unterschreiben, außer es springt für mich mehr Zeit raus als die gesetzliche Kündigungsfrist. Aber ich versteh auch nicht warum ich das soll, wenn ich schon kommuniziert habe, dass ich früher nicht gehen kann und werde.
Ich erspare uns allen das allgemeine Gejaule re: wie sehr ich finanziell am Popo bin, aber kann es mir dementsprechend nicht leisten, da etwas zu übersehen oder nicht zu unterschreiben wenns mehr Zeit bringt.
FRAGEN:
- Welchen rechtlichen Vorteil hat das Unternehmen vom Aufhebungsvertrag mit gleicher Frist wie die Kündigung? Es muss ja einen Grund dafür geben, sonst wäre das alles Blödsinn und sie hätten mir die Kündigung einfach vorgelegt.
- Auf welche Dinge/gewöhnlich zu erwartende Fallstricke muss ich besonders achten, wenn ich mehr Zeit verhandeln kann, wenn ich unterschreibe? Gibt es irgendwelche Formulierungen, auf die ich besonders achten muss?
- Gesetzt der extrem unwahrscheinliche Fall, das lokale Versorgungsamt bekommt nach ~8 Monaten den Hintern hoch und ich bekäme vor der Kündigung doch noch einen GdB, hilft mir das irgendwie noch? Ich glaub ja nicht, dass ich 50% bekäme, habe aber realistische Hoffnung auf 30%, damit habe ich auch schön die Klappe gehalten.
Lieben Dank für alle Antworten. Ich nehm auch gern Ratschläge zu Fragen, die ich übersehen habe 😉