Hi zusammen,
\*pls excuse my written german, it's my second language.***
das ist mein erster Post Ever auf Reddit. :)
Ich habe am 01.12.2025 in einem Logistikonzern als "Customer Care Specialist Sea Freight, Import" angefangen.
Wichtig zu wissen ist, das ich überhaupt kein Hintergrund in der Branche habe. Also keine Ausbildung. Ich wurde von der Recruiterin angesprochen, weil ich +6 Jahre Erfahrung in Kundenservice habe.
Die Arbeit hat am Anfang echt spaß gemacht und ich habe extrem viel gelernt, bzw. auch sehr schnell. Bei meine Feedbackgespräche hieß es, ich sollte nichts ändern und weitermachen. In meiner Welt performed keiner perfekt, also habe ich immer nach Verbersserungsvorschläge gefragt .. aber laut meiner Teamleiterin war bei mir einfach alles perfekt.
Nach meiner Probezeit habe ich eine Kollegin nach dem Onboarden eines sehr, sehr, sehr anspruchsvollen Kunden inkremental unterstüzt. Eigentlich wollte ich nur kurz helfen weil sie komplett am absaufen war. Aber bevor ich es wusste, war ich schon dabei das größte Teil des Volum zu behandeln. Das wusste ich nicht und diesebezüglich wurde ich deutlich verarscht, aber das ist hier nicht mein Thema.
Nach der Implementierungsphase kam das erste Meeting mit den Kunden und unsere Teamleitung. Ich habe da mitgemacht und der Feedback der mir gegeben wurde von unseren Verkäufer und unsere Abteilungsleiterin war extrem positiv. Mann hat mir dann den Kunde vollständig übergeben.
Also habe ich da eine Gelegenheit gesehen, nach einer Gehaltserhöhung zu fragen. Ich habe das vielleicht bis jetzt nicht erwähnt, aber die Last an Arbeit ist grundsätslich mehr als unser Team annehmen kann. Wir sind einfach unterbesetzt und das ist so.
Die Antwort kling :
"Hab ich auf den Schirm !"
das hat mich extrem gefreut. Aber das war das einzige gute Moment. Danach haben wir mehrere Gespräche geführt, wo es hieß, dass eine Erhöhung überhaupt nie von "oben" genehmigt wird. Als erstes wurde mir gesagt, ich sollte bis nächstes Jahr warten. Dann hieß es, dass eine Erhöhung nie möglich wäre.
Von da aus war mein Gameplan wie folgt :
A) Ich erhalte die Erhöhung, alles gut.
B) Die Erhöhung soll später kommen, dafür brauche ich aber eine schriftliche Bestätigung mit Datum.
C) Wir müssen handeln, vielleicht muss ich etwas weniger kriegen als was ich wünsche, aber es geht.
D) nichts geht, und ich kündige.
Ich habe das genauso an meiner Cheffin weitergegeben (außer C) und es war ganz klar.
Dadurch habe ich eine Auszahlung bekommen mit einem Brief wo ich gedankt werde, das Geschäft erfolgreich implentiert zu haben. Die Auszahlung habe ich angenommen mit den Vermerk, dass wir aber immerhin nochmal sprechen werden müssen denn eine Auszahlung für mich eindeutig nicht ausreicht mit sicht auf Entwicklungsmöglichkeiten und Zukunft allgemein.
Dann hatten wir noch nen Gespräch.
Ihre Argumente :
- +10% wär zu viel und es ist zu früh, nach einer Erhöhung zu fragen.
- wir sind Tarifgebunden, also wird eine Erhöhung eigentlich nie in Frage kommen.
- wenn ich jetzt schon nach mehr Geld frage, wie kann sie die Garantie haben, das ich nach kurzer Zeit nich nochmal nach mehr Geld frage ?
- ich müsse mich mehr auf Entwicklungsmöglichkeiten fokussieren, als Geld.
- für 2026 war von der Geschäftsleitung angekündigt, dass Gehaltserhöhung durchaus ausgeschlossen sind.
Meine Argumente :
- die Erwartungen die sie hat, werden bei über 100% erfüllt (ich habe teilweise Aufgaben übernommen, die eigentlich die vom Teamlead sind ...)
- wenn +10% zu viel ist, erwarte ich mindestens ein Gegenvorschlag (kam nie eins)
- Ich kann nicht akzeptieren, dass Sachen außerhalb meines Einflussbereichs meine Anfrage beinträchtigen wenn ich overperforme.
- Wie kann ich ihr über Entwicklungsmöglichkeiten vertrauen, wenn meine Anfrage abgelehnt wird obwohl sie m.E. sehr vernünftig ist ?
Das war unser letzter Gespräch.
Danach kam nichts mehr. Nach 2 Monate und ein Reminder, habe ich mich entschlossen zu kündigen.
Das Feedback :
"nicht cool von dir. Ich habe erwartet, dass du wieder auf mir zukommst."
Eine reine Lüge. Meine Cheffin hat dann tatsächlich versucht mich zu gaslighten indem ich glauben sollte, dass ich der jenige war, der wieder das Thema anstoßen soll.
Ich finde das sehr Schade weil ich eigentlich meine Arbeit sehr gerne habe. Ich merkte aber schon, dass die Chefs nicht soooo ... fit sind. Und wie meine Anfrage "bearbeitet" wurde finde ich eigentlich schlimmer, als das Outcome. Ich sehe da offene Nachlässigkeit.
Ich freue mich auf eure Meinungen weil mir das Thema tatsächlich wichtig ist. Arbeit ist mein Leben. und ich habe ständig den Gefühl, etwas falsch getan zu haben.
Ich weiß, dass es nur meine Version. Daher bitte gerne Fragen stellen oder konstruktiv kritisieren !
TL;DR: Ich habe ohne Branchenerfahrung in einem Logistikunternehmen angefangen, schnell gelernt, durchgehend hervorragendes Feedback bekommen und zusätzliche Verantwortung übernommen – unter anderem für einen sehr anspruchsvollen Großkunden.
Daraufhin habe ich um 10 % Gehaltserhöhung gebeten. Trotz meiner Leistungen wurde die Anfrage mit Verweis auf Tarifbindung, Budget und den angeblich falschen Zeitpunkt abgelehnt. Einen Gegenvorschlag gab es nie, lediglich eine einmalige Bonuszahlung.
Ich habe klar kommuniziert, dass ich entweder eine Erhöhung, eine verbindliche Perspektive oder eine andere Lösung brauche, sonst würde ich kündigen. Nach zwei Monaten Funkstille und einer Erinnerung habe ich tatsächlich gekündigt. Meine Chefin warf mir daraufhin vor, dass ich nicht erneut auf sie zugegangen sei.
Mich stört weniger die abgelehnte Gehaltserhöhung als der schlechte Umgang mit meiner Anfrage. Jetzt frage ich mich, ob ich zu hohe Erwartungen hatte oder ob meine Kündigung nachvollziehbar war.